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Dieses Thema hat 67 Antworten
und wurde 11.848 mal aufgerufen
 Der Pinto-Araber
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Renate ( Gast )
Beiträge:

02.05.2006 07:38
#31 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

Also Sabine- deine Arroganz die du gern mal an den Tag legst in allen Ehren - da kannst du dir also wirklich ohne Hemmungen mit diversen Zuchtleitern deutscher Verbände die Flosse reichen, aber ausser Deiner gibt es sicher auch noch andere Meinungen zum Thema Pferdezucht, die alle ihre Berechtigung haben. Wäre schon nett, wenn du die nicht alle gleich nach zwei Sätzen jedesmal plattmachst - egal wieviel hundert Jahre Erfahrung du hast.

Es ist doch nicht alles mies was rumläuft nur weil es nicht nach DEINEM Grundgedanken zur Zucht gezüchtet wird.

Dass es für unterschiedliche Rassen unterschiedliche Leistungsprüfungen gibt, ist verständlich und gut so. Denn es geht um den Leistungsstandart innerhalb der Rassen und nicht aller Rassen dieser Welt im Vergleich zum deutschen Warmblut.
Sportpferdezucht hin oder her- wenn alle Welt Warmblüter reiten wollte, würde man nicht soviele Rassen züchten.

Und Jede, wirklich JEDE Rasse auf diesem Planeten hat seine Daseinsberechtigung und sollte mit der gleichen Wertschätzung betrachtet werden. Es ist immer der Mensch gewesen, der meinte er muß aus einem Bergpferd ein Dressurgenie züchten oder aus dem Kutschperd ein Reitpferd usw.
Es sind genau Leute wie du, die dafür sorgten, dass die Einheitsmeierei in der Zucht so dominant wird- und das ist meiner Meinung nach ziemlich grauenvoll und ausserdem stinklangweilig.
Wenn man den Gedanken den du verfolgst zu Ende denkt - laufen irgendwann nur noch deutsche Warmblüter rum die genau gleich aussehen, das gleiche können, gleich gebaut sind, die gleichen Talente haben.
Die Inzucht wird irgendwann so hoch, dass nicht mehr die Turniererfolge zählen, der Charakter, die Ausstrahlung, sondern die Höhe des Inzuchtfaktors (Hooo, mein Hengst ist 68 mal auf Rubinstein gezogen und über die Muttelinie 34 mal auf Donnerhall). Was für ein Pferd dann vor einem steht is völlig egal, weil der ist so durchgezüchtet, der is auf jeden Fall Superklasse.


Ich hatte das unbeschreiblich Vergnügen, mich ganz tief reinzuwühlen in die sogenannte Zuchtwissenschaft und mich mit Heritabilitäten und genetischen Korrelationen von Leistungsprüfungsdaten auseinanderzusetzen. (ja wie Gaga ist das denn? da fällt einem ja gar nichts mehr dazu ein)
Und das alles nur, weil wir dem Tinker in Deutschland zur Anerkennung als Rasse verhelfen wollten. Das war ein harter Kampf über mehrere Jahre und ständig hat man versucht über unsere Köpfe hinweg "was ordentliches" draus zu machen. Also ein deutsches Reitpferd. Wir haben es trotzdem geschafft den Tinker als das was er ist zu erhalten, aber wir mußten auch viele leidige Kompromisse eingehen - genau weil Menschen mit deiner Einstellung zur Zucht und zum Pferd (gutes Pferd = Sportpferd = deutsches Warmblut = es gibt nur einen genehmigten Körperbau) überall ganz oben sitzen.

Würden sich mal mehr Leute wieder darauf besinnen, für wen Pferde gezüchtet werden - nämlich nicht für die 3% Leistungssportler unter den Reitern und nicht für die vielleicht 10% zusätzlichen Hobbyprofis, sondern für die
87% normalen Menschen auf Pferden,den sogenannten "Freizeitreitern" - dann würde vielleicht auch wieder etwas Leben in die Rassen kommen.

Die Natur hat das immer schon so gehandhabt, dass sie bewußt auf "durchgezüchtete Linien" verzichtet hat, weil der größere und schnellere genetische Fortschritt (also die Entwicklung von Merkmalen, die das Überleben sichern und es leichter machen)durch Mischung unterschiedlicher Gene erzielt wird. Nicht durch Linien- und Inzucht. Da aber gerade in Deutschland alles einer DIN- Norm entsprechen muß um irgendwie einen Gutzettel zu erhalten, macht man das eben mit allem was lebt und was sich reinpfuschen läßt.
Und endlich haben wir ein "Produkt" mit einer standartisierten Erscheinungsform, einer standartisierten Lebenserwartung, (damit man auch die Produktion immer schön ankurbeln kann, (wie beim Toaster, der garantiert nach Ende der Grantiezeit den Geist aufgibt) und mit dem neuen Gewährleistungsrecht im Verkauf auch endlich eine Produkthaftung für lebende Wesen.. meinen nächsten Gedanken behalt ich jetzt besser für mich, weil wir leben ja in Deutschland.


Übrigens ist Asterix gekört und leistungsgeprüft und wurde aufgrund seiner bereits in jungen Jahren erzielten Erfolge sozusagen "vorrauseilend" zum Eltiehengst ernannt; dazu mag man stehen wie man will. Aber eine positive Verstärkung ist allemal nützlicher als eine negative.
Die Bekannten und Berühmten werden nicht dadurch besser, dass man den Rest einfach schlechter macht. Aber der Rest gibt sich mehr Mühe, wenn er weiß er hat eine Chance und arbeitet nicht nur dafür, um für ein paar "roter Teppichabnutzer" die Statisten zu geben.


Das ist meine ganz persönliche Meinung zur deutschen Zucht.

Grüßung
Renate


Das Leben ist bunt!

OLDIE ( Gast )
Beiträge: 0

02.05.2006 14:52
#32 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

so, ihr beiden hübschen.....
ich mußte eure beiden(sabine+renate) beiträge erst mehrfach lesen und studieren..
habs erstmal 2 stunden verdaut und bin zu folgender ansicht gelangt..:

in beiden beiträgen steckt soviel geballte aussagekraft, daß man nicht umhinkommt,
festzustellen, daß ihr beide (nur jeder auf seine art) sehr wohl recht habt.

nun ist es für "ottonormalverbraucher" schon fast zu sehr "zuchtwissenschaftlich" und..
da scheiden sich nun mal ansichten und geister....ich hätte da noch ne dritte version..
die zu schildern mir allerdings rein tipptechnisch bereits probleme macht. aber...
in kurzfassung ohne details :

man verknüpfe mit pausenabsätzen sabines meinung mit einfügungen von renates meinung und,
es entsteht exakt das, was jeder versteht und auch meiner(unerheblichen) ansicht über diese
dinge am nächsten kommt.
In der täglichen "zuchtpraxis" läuft es ohnehin schon überwiegend so....

wie sagte doch die fn ? ANDERE PFERDE BRAUCHT DAS LAND ......warum weshalb wieso ???

Weil früher oder später jeder verband in konflikte mit seinen eigenen ansichten gerät und
damit in einer sackgasse landet, aus der es kein entkommen gibt...


ich mach es als züchter, wie ich es für richtig halte...was interessieren mich da noch
diese verbandsvorgaben, die mich nur geld kosten, daß ich unter opfern(wie jeder) aufbringen
muß, nur um den verbänden gerecht zu werden und deren taschen zu füllen , dafür im konkreten
einzelfall jedoch n tritt in den hintern bekomme...?

wer kann und soll mir das recht auf diese denkweise streitig machen ?? den möcht ich sehn...
Dieter


http://forum.kleines-deutsches-reitpferd.de"

forsthof-antaris Offline

Forum-Verdienstkreuz Bronce


Beiträge: 1.351

02.05.2006 15:01
#33 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

Liebe Renate,

es geht mir nicht darum, irgend ein Pferd mit meiner Arroganz platt zu machen. Aber wenn die Frage aufkommt, ob oder warum nicht, der Pinto-Araber keine Zulassung zur Veredlung in der Warmblutzucht erhält, dann habe ich eine Meinung dazu, zu der ich stehe und die ich vertrete.

Ich spreche dem Pinto-Araber mit keinem Satz die Berechtigung als Pferderasse ab, denn ich bin selbst ein Verfechter des Arabers als Veredler in der Warmblutzucht, aber ich halte es für wenig sinnvoll, wenn man sich einer Westernpferderasse als Farbgeber bedient und vier Generationen später soll nun wieder ein Sportpferd daraus werden.

Ich denke auch, das der Quarab in der Westernreitszene viele Freunde finden wird und somit ist es vermutlich Zeit geworden, daß man das Experiment wagte. Ich würde es allerdings für züchterischen Nonsens halten einen Quarab auf eine Donnerhallstute zu schicken, auch wenn Du mir unterstellst, daß ich die Scheckenzucht in diese Richtung beeinflussen möchte.

Ich möchte sicher erreichen, daß man mich nicht mehr belächelt, wenn ich eine "Kuh" im Viereck reite, sondern das Pferd genau so ernst nimmt, wie seine Warmblutkollegen, die schlicht braun, weiß, fuchsfarben oder schwarz sind. Es geht mir um den Zuchtfortschritt in der Warmblutscheckenzucht und darum, daß ein Zuchtleiter nicht mehr sagen muß:" ...wenn er einfarbig wäre, hätten wir ihn nicht gekört!" Was die Tinker, Araberpinto und sonstigen Scheckensektionen machen ist mir im Prinzip so lange egal, solange sie nicht den Anspruch erheben, aus dem Pferd ein Warmblutpferd für den Sport zu machen. Und Du kannst sicher sein, daß gerade ich es bin, der den Tinker in seiner Ursprünglichkeit als Rasse erhalten will und die Veredelungsversuche, damit man mit Tinkern auch noch eine M-Dressur gewinnen kann oder ein SB-Springen, lehne ich ab - wir haben genug Sportpferderassen und müssen weder Tinker edler machen, noch den Lewitzer größer. Der Arabohaflinger ist als Zuchtversuch gescheitert, denn das Konzept des ruhigen Gebirgspferdes mal dem feurigen Leistungspferd ergab kein blondes Freizeitpferd, das auch sportlich genug ist um im Breitensport mitmischen zu können, sondern oft ein stures und teilweise leicht erregbares, aus dem Ponymaß herausgewachsenes Pferd. Nun kreuzt man das OX wieder raus und je weniger ein Zuchtpferd davon hat, desto lieber nimmt man es.

Durchzüchten heißt für mich auch nicht, die totale Inzucht auf Donnerhall und Rubinstein, denn unsere Trakehner Stutenstämme sind zum großen Teil gut durchgezüchtet und damit konsolidiert und kamen bislang ohne WDR-Blut aus. Durchgezüchtet heißt, das bestimmte Eigenschaften, die wir an einem Pferd schätzen, möglichst beim Anpaarungsgedanken wieder Berücksichtigung finden. Wenn ich aus einer Pilot-Stute, die Häuser springt ein Fohlen haben möchte, welches überragende Grundgangarten hat, dann kann ich einen Dressurhengst nutzen und mit dem zu erwartenden Nachkommen wahrscheinlich auch erfolgreich Dressur reiten, aber wenn dieses Pferd in der Zucht seinen Einsatz findet, kann sowohl der Pilotvorfahre, als auch das Dressurpferd auf die Fohlen Einfluß nehmen oder vielleicht auch einer aus der vierten Generation. Das ist das Problem der Springpferdezucht und der Grund, warum es einen OS-Verband gibt - damit die wertvollen Springgene durchgezüchteter Stutenstämme nicht den Dressurgenen weichen, weil man eben die Dressuris als Fohlen besser vermarkten kann. Mit einer durchgezüchteten Stute gehe ich kaum ein Zuchtrisiko ein, denn sie gibt sich sehr treu selbst weiter - meist sogar unabhängig vom Hengst. Durchzüchten hat auch nichts mit dem modernen Vermarktungsgedanken zu tun - im Gegenteil, es bedeutet oft, zu den Wurzeln zurück zu kehren und etwas zu erhalten, um später darauf aufbauen zu können.

Nenne es vielleicht einen Fehler, daß ich nicht wahllos Pferdemädchen und Jungs miteinander verpaare, weil die Stute einen schönen Schweif hat und der Hengst eine tolle Blesse, sondern mir bei jeder Anpaarung den Gedanken, der mir während meiner Ausbildung mitgegeben wurde, daß Züchten heißt, in Generationen zu denken, meiner Anpaarungsidee zu Grunde lege. Ich glaube wirklich, daß es genügend Kinder der Liebe gibt, die irgendwann nicht mehr geliebt werden und dann neue Besitzer suchen oder Liebhaberzüchter, die den Markt mit Billigpferden fluten und denen, die viel Zeit und Geld in den Zuchtfortschritt investieren, das Vermarkten schwer machen. Ich bin es einfach leid, wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht und ich mich rechtfertigen muss, warum ich 2000 Euro für ein oldenburgisch gebranntes Fohlen in gescheckter Jacke haben will, wo man doch auch eins für 800 Euro kaufen kann oder sogar einen gerittenen Schecken für 1.500 Euro. Glaubst Du, diese Leute interessiert es, daß alleine die Decktaxe des Vaters meines Fohlens 800 Euro gekostet hat? Nein, die sagen Dir noch, daß man ja auch einen Hengst für 200 Euro hätte nehmen können, der hätte wohl auch ein hübsches buntes Fohlen gemacht und auf Papieren kann man ja nicht reiten.

Denkst Du, daß ich dabei noch Spaß habe, wenn ich von Stutenbesitzern gefragt werde, mit welchem Recht ich 500 Euro Decktaxe nehme, während andere Scheckhengste nur 250 Euro kosten und das Ergebnis - das Fohlen - doch das Gleiche ist? Oder, wenn man mir erklärt, daß ein Elitetitel nun mal ein Elitetitel ist, und somit ein Qualitätsmerkmal, das ihn mit anderen Elitehengste identisch macht. Dann Renate, dann bekomme ich Zornestränen in die Augen und frage mich, wozu wir 10 Jahre lang dafür plädierten, daß der Leistungsnachweis für Schecken dem der anderen Warmblüter angeglichen sein muß, wenn sie Verwendung in der Warmblutzucht finden sollen. Vermutlich sind wirklich wir die komplett Bescheuerten, die daran festhalten, daß unsere Vision vom salonfähigen Schecken keine Vision bleiben muß. Vielleicht bin ich mit meiner Meinung allein, daß eine MLP, egal wie gut sie bestanden wurde, nicht mit einem 100 Tage Test vergleichbar ist. Sicher könnte auch ich sagen, für die Pintos reichts und ich habe kein Risiko und spare eine Menge Geld, wenn ich meine Pferdejungs nicht mehr in die 70 Tage-Prüfung schicke, aber ich würde lieber aufhören, Hengste auf zu ziehen, als so zu denken. Rabentanz und Gentle Giant hätten auch nicht Wallach werden müssen, wenn ich mich für einen 30 Tage-Test oder eine MLP entschieden hätte, aber ich hätte mich vor meinen Züchtern geschämt, ihnen einen Hengst anzubieten, der die Leistungsansprüche für einen Warmbluthengst nicht erfüllt.

Und mir geht es nur um die Warmblutscheckenzucht und die Hengste aus anderen Sektionen, die den Anspruch erheben, in der Warmblutzucht ihren Zuchteinsatz zu finden. Und wenn jemand nachfragt, warum ein Pinto-Araber keine WB-Stute veredeln darf, dann denke ich, daß ich lediglich die Fakten auf den Tisch lege, wenn ich anmerke, daß die Rasse derzeit die Anforderungen noch nicht erfüllt - weder in der Rassedefinition noch im Bezug auf den für die Warmblutzucht erforderlichen Leistungsnachweis. Und das hat nichts damit zu tun, ob ich aus allen Arabern in Anpaarung an Donnerhall Dressurpferde machen möchte - was sicher nicht der Fall ist, sondern damit, daß ich eben zumindest erwarte, daß sich ein Araberpinto vom Kleinen Deutschen Reitpferd darin unterscheidet, daß mehr als 50 % ox nötig sind, um ein Araberpinto zu sein und ein Pinto-Hunter Hengst x Araberstute sollte eher als Zuchtrückschritt betrachtet werden oder im Kleinen Deutschen Reitpferd eingetragen werden, wenn es bereits Araberpintos mit über 80% ox-Anteil gibt. Und wenn man den Pintoaraber vorwiegend als Westernpferd definiert, dann ist der Einsatz von Paintblut auch sinnvoll, aber wenn man dann doch lieber Richtung Warmblutzucht und Springen oder Dressur schaut, dann sollte man konsequenter Weise eben auf Blut von Westernpferden verzichten. Nur das habe ich aussagen wollen. Wenn man mich dafür als arrogant beschimpft, gut, da lebe ich dmit und wenn ich einen Zuchleiter fände, der in der Scheckenzucht so konsequent auf Zuchtfortschritt achten würde, wie ich mir das wünsche, dann möchte ich ihm gerne "die Flosse schütteln".

Ich habe dies in den Verbänden, die Schecken hauptsächlich betreuen allerdings nicht geschafft und mußte mich darum für Oldenburg entscheiden. Auch hier ist nicht das Paradies für Züchter, aber ich weiß, daß die Zuchtpferde mit denen ich meine hier vergleichen muß, zumindest 5 Generationen voll haben und keine Rassemixe zum Warmblut befördert werden.

LG
Sabine
_________________________________________________

Geh Wege, die noch niemand ging, damit Du Spuren hinterläßt
Antoine De Saint-Exupéry

Dennis ( Gast )
Beiträge:

04.05.2006 18:45
#34 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

so und nu mal mein ungebetener senf zu der sache ;-)
wie kommt man dazu jemanden der endlich mal den durchblick hat und die scheckenzucht professionel angeht arroganz zu unterstellen ???
ob es unprofessionel ist mit araber x paint x bisschen trakki x bisschen vollblut x bisschen unbekannt zu züchten ? JA verdammt ist es !!!
es mag sein, dass ihr euch untereinander alle kennt und mit samthandschuhen anfasst, ich habe auch persönlich nichts gegen obrige züchter, da es sich um menschen handelt die ich nicht kenne, aber nichts desto trotz ist zucht eine verbesserung und wenn ich 38 x rubinstein x 48 x donnerhall anpaare bekomme ich ein REITPFERD und keinen bunten zossen, mit kurzen hals dicken gannaschen und pillerenten gang !
wo landen denn die ganzen fohlen aus diesen tollen mpl x western hlp x prämie vom asylantenheim für pferde wenn sie denn nicht die bunte farbe bekommen?
die hängen am haken oder latschen als schulpferd und fristen ihr dasein in nem kellerloch, aber das ist ja dann egal, hauptsache ihr habt bunte fohlen auf eurer hp und zeigt das eine bunte auf ner schau wo es dann germanys next topmodel und vize-europa-champion wird ( von zwei startern ) und die drei schwarzbraunen, die ihr zu hause gelassen habt ? was passiert mit denen ? juckt es jemanden wenn die dann für ein paar hundert euro weggehen und wie geht jemand um mit nem fohlen das weniger kostet als die decktaxe eines reellen hengstes ?
das ist doppelmoral !
und warum fragt kein renomierter westf. oder oldenburger züchter nach den hobbyreitern ? weil er es nicht nötig hat, denn seine durchgezüchteten stämme werfen halt pferde ab die sowohl für freizeit als auch für den sport zu gebrauchen sind !
natürlich haben sie ihre daseins berechtigung, aber mal von den wenigen rühmlichen ausnahmen die ihrem tinker zöpfchen pflechten und sie jeden tag auf hochglanz polieren, wie sieht es mit dem rest aus ? die gammeln auf irgendwelchen bauernhöfen neben den einfarbigen produkten dieser soooo abwechslungsreichen haflinger-pinto-paint pferdechen herum und gehören 15 jährigen mädels die sich das futtern nicht leisten können.
aufwachen bitte ! wir sind hier nicht auf dem "immenhof" sondern in realen leben !
war mal jemand auf dem horror hammer pferdemarkt ? nein... ? .... dann bitte mal hingehen, da stehen sie dann mit eitrigen wunden und heruntergekommen, aber kein durchgezüchteter holsteiner !
jeder hat sein recht auf eine meinung ( mich einbegriffen *grins* ) aber, wenn so eine meinung von züchtern vertreten wird, die in unseren verbänden was zu sagen und richten haben......sorry.... dann bin ich dort fehl am platz, so eine disskussion wird es unter pferdefachleuten niergendswo in deutschland geben und die meinung die der forsthof vertritt ist ist dort leitlinie !
anstatt sich bei einer wie sabine bröckel mal weiter zu bilden, wird sie auch noch attackiert ???
wenn wenigstens der dümmste bauer die dickste kartoffel ernten würde.... ts.... aber was haben denn diese pferde gerissen ( ausser ner am boden liegenden stange ) ?
nein, als ob es nicht genug ist, werden sie noch auf veranstaltungen der equitana vorgeführt und der verband für den ich mit zahle steht dahinter !!!damit das bunte-mischmasch-pony dann vor tausenden von pferdemenschen und vertretern der deutschen pferdezucht "männchen und sitz" macht ??? ich habe mich in grund und boden geschämt !
wie soll denn dann mal ein vernünftiger schecke denn auf ner normalen hlp ein bein auf den boden bekommen ???
da versucht dann endlch eine mal mit einer guten gescheckten stutenbasis in kombination mit spitzen hengsten aus der deutschen leistungszucht erfolge für uns zu erzielen ( ja auch für uns ) und wird dann auch noch angefeindet ??? und der nächste mit seinem foto von nem bunten maultier in den himmel gelobt ???
sorry... ich bin hier echt im falschen film !
anscheinend muss man wirklich austreten und sich in einem renomierten verband als einziger buntzüchter durchbeissen !
wie man so eine meinung überhaupt disskutieren kann ist mir unbegreiflich !!! die meinung des forsthofes ist selbstredend, anstatt diese zu anzufeinden habe ich mich z.B. gefragt,w as habe ich falsch gemacht, das ist fortschritt, aber wenn ihr meint mit wilder anpaarung von allem was vier beine hat und euch dann auch noch selber mit preisen überhäuft, kämt ihr weiter.... die bunten machen sich ( ausnahmen in allen ehren ) momentan zum lachobjekt von züchterdeutschland aber wenn euch dann eure selbstverliehenen prämien die scheuklappen verschaffen, bitte schön...schönen galopp in die züchtsackgasse !


OLDIE ( Gast )
Beiträge: 0

04.05.2006 21:10
#35 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

joho...dennis ungefähr das gibt die ansichten "wirklicher" züchter wieder....
mit etwas von renate's einflechtungen im zusammenhang mit sabines darstellungen
ergibt das in etwa die "idealeinstellung" eines züchters....aber
du selbst sprichst von der nackten "realität"..! und da ist es tatsächlich so,
(weiter verbreitet als man ahnt) daß die "freizeitzüchter u. reiter" über diese dinge
teilweise, berechtigter weise, anders denken....wir hatten das thema auch früher schon mal...
auch deren meinung muß man tolerieren, denn, das ist unter den reitern und verbrauchern
die überwiegende mehrheit....(auch realität)....wenn es diese unterschiedliche
denkweise nicht gäbe...? hätten wir alle wohl nur einen gesamten einheitsverband...mit schema f..
von den vorwürfen der : feindseligkeit-unprofessionalität-ihr/verallgemeinerung-pers.attacken usw.,
möchte ich mich zumindest distanzieren...als "alter" züchter, mit über 60 jahren, darf ich mir auf grund
gesammelter erkenntnisse u. erfahrungen wohl meine eigene ansicht erlauben.....
---------------------------------
zitat:ob es unprofessionel ist mit araber x paint x bisschen trakki x bisschen vollblut x bisschen unbekannt zu züchten ? JA verdammt ist es !!!
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was das angeht , in letzten jahren sind mir häufig pferde begegnet....mit abstammungen....oh jehhhh..
selbst-rheinländer,mutter-würthemberger,vater-hannoveraner,m.mutter-holsteiner,v.vater-bayer, usw.usw.,

(das ist warmblut,keine schecken) nur was ist das für ne zucht ???? (könnte liste noch erweitern)

meine kleinen deutschen reitpferde, haben zb. ca 15-18 generationen hinter sich....

wie nun paßt das alles zusammen ? ...


Dieter


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bunte Hubsi Offline

Moderatorin


Beiträge: 1.633

04.05.2006 22:09
#36 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

Warum muß denn so hart um das Thema diskutiert werden ? Es gibt nicht nur schwarz, oder weiß. Das alleine beweisen unsere guten, oder auch bloß geliebten bunten Pferde. Jeder kann doch selbst entscheiden, mit was, oder wem er züchtet. Ein super gescheckter Oldenburger ist klar ne andere Liga, als ein Pinto-Hunter. Aber für beide gibt es auch völlig verschiedene Käufergruppen. Der eine ist eben für den großen Sport und der andere eher ein Familienpferd. Mein Indi ist auch ein Württemberger, ein wirklicher Allrounder, aber bei L ist eben Schluß. Und meine Freundin, die ihn gezüchtet hat, hat alle seine Geschwister in der Gegend verkauft. Auf Bestellung wohlgemerkt, denn viele meiner Reiterkameraden wollten eben genau so ein braves Pferd. Und wieviele von uns reiten denn ehrlich mehr als L ? Wir haben immerhin fast 1000€ Lebensgewinnsumme erritten, da hat mancher hochdekorierte Hengst weniger, schaut doch mal ins Jahrbuch, das bei uns nur noch der kleine Schwätzerentlarver genannt wird. Wir sind ja nun neu, was züchten betrifft, aber ich will kleine bunte Indis züchten, auch wenn das mancher nicht als Zuchtfortschritt sehen mag. Ich möchte glückliche Besitzer, die Spaß an ihrem Pferd, ob es nun zum Blutritt, oder auf's Turnierle geht, haben. Und meine Idee, daß ein bißchen Quarter die Sprungkraft steigert, stimmt auch, jawoll!!!! Meine Taffy's Celinka springt so hubsig, daß ich nen Springsattel kaufen mußte. Sie ist nur ein bißchen ein Schisshase. Das kann Euch aber bei den durchgezüchteten Warmblütern auch passieren. Schaut doch die Corde's der 1. Generation an: Fast alle Schisser, erst die 2. Generation war besser.
Übrigens hatte ich einen lupenreinen, durchgezüchteten Holsteiner (Caletto x Landgraf) zig Generationen. Er war ein Gewerkschafter ohne Ende und hatte dann auch noch Sommerekzem. Der ist jetzt Schulpferd (allerdings in einer super Reitschule), ich kann immer im Internet gucken wie's ihm geht. So kann's also auch einem 10.000,- € Kracher gehen.
Drum hab ich auch meine edle Akribori Stute mit Taffy gedeckt. Heraus kommt bestimmt ein ckaraktrlich einwandfreies Pferd, das sich von normalsterblichen LK 4/5 Reitern (das sind über 75% aller Turnierreiter)
bis L reiten läßt. Und sollte sich kein Interessent für das 100% gescheckte Fohlen finden, bilde ich es bis L selber aus und habe garantiert kein Verkaufsproblem, wenn es denn im Jahrbuch steht.
Also ihr Profizüchter, jetzt könnt ihr mich teeren und fiedern.
Aber danach vertragen wir uns wieder und lieben unsere bunten Pferde, das ist es schließlich was uns verbindet, egal ob Champion, oder Stoppelhopser...
Petra

OLDIE ( Gast )
Beiträge: 0

04.05.2006 22:17
#37 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

Warum ?? das reinigt die seele .....und macht dem Luft....
auch das braucht der Mensch

ansonsten... ohne Worte !


Dieter


http://forum.kleines-deutsches-reitpferd.de"

Uschi Offline

Forum-Verdienstkreuz Silber

Beiträge: 1.643

04.05.2006 22:52
#38 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

Hallo,
ich kann diese ganze Diskussion nur interressiert verfolgen.Als blutige Anfängerin in der Pferdezucht darf ich hier nur zum wiederholten Male
sagen,daß Sabines Gedanken zur Pferdezucht mir vieles aufgezeigt haben,worüber ich mir früher gar nicht im Klaren war!!
Wenn ich meine Stute nächstes Frühjahr bedecken lasse ,gehe ich die Sache ganz anders an,als ich es noch vor zwei Jahren gemacht habe.
Wie sieht es denn bei dem Trakehner Brioni aus,der ist doch Halbaraber , oder?
Gruß Uschi

forsthof-antaris Offline

Forum-Verdienstkreuz Bronce


Beiträge: 1.351

05.05.2006 00:01
#39 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten
Petra, ich greife keinen an, der seine Stute mit einem Hengst deckt, der Paint-Blut führt. Das muß jeder für sich entscheiden.

Das Problem, was Dennis aber anspricht, das ist gerade hier im Norden ein sehr großes. Der Hammer Pferdemarkt oder die Auktion in Bassum tut man sich nur einmal an - entweder man kauft all die armen Pferdekreaturen und macht eine Follyfoot-Farm auf, oder man flüchtet, bevor man sein Konto plündert und damit diese Pferdevermehrung auch noch unterstützt. Mich haben die Bilder jedenfalls sehr lange noch verfolgt, denn diejenigen, die bis 18 Uhr nicht verkauft sind, die wandern oft auf einen Frankreich-Transport.

Züchten heißt auch Verantwortung zu übernehmen für ein kleines Pferdeleben und es heißt - wenn man wirklich auch einen Zuchtfortschritt wünscht, eben auch in Generationen zu denken.

Natürlich wird nicht jeder L x C- gezogener Sproß ein Springpferd von ganz großem Format, aber seine Chance, einen Besitzer zu finden, der ihn nicht nur kauft, weil er so lieb guckt, die ist eben schon größer, als wenn da so ein kleiner Rassemix verkauft werden soll, der aufgrund seines oftmals günstigen Preises ein Klientel anspricht, das sich keine Gedanken darüber macht, ob man sich auch noch den TA leisten kann, wenn er dann doch mal nötig wird. Bei jedem Pferd, welches ich günstig verkaufte, musste ich entweder jahrelang hinter dem Kaufpreis herlaufen, oder ich erfuhr bei einem kleinen Füchschen, der dann als vierjähriger schon 6 Besitzer gehabt hatte - ein billiges Pferd stellt ja keinen Wert da, den es zu erhalten gilt ...

Und dann muss ich vielleicht auch dazu sagen, daß wir vom Züchten versuchen zu leben. Ich denke, da betrachtet man vieles unter einem anderen Aspekt, als wenn man mal ein Fohlen als Hobby züchtet, bei dem es egal ist, wenn es auch noch drei Winter länger bei einem wohnt. Ich denke, auch Renate würde es nicht begrüßen, wenn jemand ihre Geschäftsidee kopiert und dann mit weniger anspruchsvoller Qualität und Dumpingpreisen den Markt kaputt machen würde. Zumindestens dann, wenn ihr jemand sagt:" ich kenn da jemand, der macht genau die gleichen Bilder wie Du und der ist viel billiger", würde sie vermutlich überlegen, warum sich hier jemand erdreistet Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Übrigens ist der Begriff Pinto-Hunter für die Sektion Warmblut erdacht worden. Es handelt sich bei einem gescheckten Oldenburger eben auch um einen Pinto-Hunter.

Ich habe vorgestern, nachdem ich lange nachgedacht hatte, den Beschluß gefaßt, meinen gescheckten Jährling zu verkaufen und nicht mehr zur Körung vorzustellen. Wenn ich überlege, das - bis er die Körung und die HLP hinter sich hat (wenn er es packt)da locker 20.000 Euro drinstecken, dann kann ich eigentlich nur drauflegen, solange der Züchter des gescheckten Warmblutpferdes nicht um Zuchtfortschritt bemüht ist und nicht der züchterisch wertvollste Hengst benutzt wird, sondern jener, der - die hübscher Blesse - die gleichmäßigere Scheckung - die sicherere Farbvererbung - den schöneren Namen oder die günstigere Decktaxe hat.

Ich bin auch der Meinung, daß Charakter und Leistungsbereitschaft ganz oben auf der Liste der zu erfüllenden Kriterien, die an einen Reitpferdevererber gestellt werden, stehen sollten. Aber wenn ich darüber nachdenke, wie zuverlässig unser Irco mich auf Turnieren und Messen begleitet hat und selbst als wir nach gemeinsamer 3-jähriger Reitabstinenz die Dressur-EM mit einem Schaubild eröffnen sollten, da lief er brav und gelassen zwischen Menschen, Flaggen, Luftballons und Blasmusikkapellen mitten im Osnabrücker Stadtzentrum. Er hat Platzierungen bis L in Springpferdeprüfungen gegen gekörte Oldenburger Hengste von nahmhaften Stationen und gewann Dressuren und kombinierte Prüfungen - bis ein Unfall weitere Erfolge verhinderten. Aber wenn ein Deckkunde weder nach der Abstammung, noch nach Erfolgen und auch nicht nach dem Charakter fragt, sondern nur nach der Decktaxe ( "... haben sie noch einen billigeren Schwarzschecken, der baucht auch nicht gekört sein"), dann interessiert den auch nicht, ob der Hengst kadavergehorsam ist und das hat das nichts mit züchten zu tun, sondern mit wahlloser und sinnloser Vermehrung von bunten Pferden. Und diejenigen, die mich fragen zu wieviel Prozent der denn Schecken vererbt, die gehören für mich auch nicht zu den Züchtern, denen es um Zuchtfortschritt geht, sondern zu denen, welchen es nur um ein buntes Fohlen geht - nach HLP, Abstammung oder Charakter des Hengstes fragt bei denen auch fast niemand.

Und da hat Dennis recht, auch wenn er es sehr hart und klar formuliert: Das ist unprofessionell - zumindest, wenn ich mich als Warmblutpferdezüchter fühle.

Wenn hingegen jemand Westernpferde oder ein Freizeitpferd haben möchte, das er vielleicht nach Penquitt ausbilden möchte, dann hat er meinen uneingeschränkten Segen auch Paint x Trakehner zu züchten, vorausgesetzt, wie gesagt, daß er die Verantwortung auch für seinen Rassemix übernimmt und ihn nicht zum nächsten Händler stellt, der dann noch ein billiges Fohlen mehr auf den Markt schmeißt, welches dann mit meinen Pferdekindern verglichen wird. Ich bin es wirklich leid, mich am Telefon zu rechtfertigen, warum ich mein Fohlen, dessen Vater schon 1000 Euro zu Decken kostete nicht bereit bin für 500 Euro abzugeben, wo man doch problemlos ein geschecktes Fohlen auch für den Preis bekommt. Oder daß man mir erklärt, dass ich doch unmöglich für eine gescheckte Stute 5000 Euro verlangen könnte - da bekommt man doch problemlos zwei dafür und die sind dann noch besser geritten. Was soll ich diesen Leuten erklären, daß meine Stute in Oldenburg im HSTB eingetragen ist und tragend vom Oldenburger Hengst ist, wenn ich mich über die Antwort doch nur grün und blau ärgere, weil der Mensch mir dann erklärt, daß er eine sehr hübsche kleine Scheckstute hätte, die Mutter Traber, der Vater ein polnischer Schecke HB2 und daß sie auch tragend sei - von einem ganz tollen Painthengst. Sein Anruf diente der "Marktforschung" und wenn ich 5000 Euro frage, dann wird er das jetzt auch tun, weil er ja praktisch das "gleich Pferd" verkauft wie wir.

Ich habe viel Lehrgeld bezahlen müssen, weil ich vor 10 Jahren nicht wusste, daß es HB2-Hengste und Stutbuchstuten gibt, deren Nachkommen als Zuchtpferd deutlich unter dem Wert von Nachkommen eines HB1 und einer HSTB-Stute liegt. Ich kaufte teuer Fohlen ein, die so schick waren und sehr gute Bewegungen hatten. Nach vier Jahren habe ich sie wieder verkauft, als man mir klar machte, daß ich damit keinen gekörten Hengst züchten kann. Sie sprang wie ein Flummi - ist heute wohl auch erfolgreich im Busch unterwegs - aber für mich war es ein Geschäft, bei dem ich nur drauflegte, denn ich erhielt für die Vierjährige noch nicht einmal das Geld, das ich als Fohlen dafür bezahlt hatte. Und nun höre ich diejenigen schon wieder rufen:" Was, warum hast Du die denn so billig verkauft. Für den Preis hätte ich sie auch genommen!" Leider hatten diejenigen wohl nicht zugehört, als ich sie ihnen anbot oder sie wollten halt keine Stutbuchstute, wo es für ein paar Euro mehr auch eine Hauptstutbuchstute gibt, mit der sich die Zucht dann auch lohnt.

Ich möchte aber nun nicht noch einmal mein Geld in einen Traum investieren, der schneller platzt, als ich bis drei zählen kann, denn wenn ich sehe, daß Sayo mit Abstand der billigste Hengst bei Sprehe ist, dann weiß ich, der Scheckenzüchter hat sich noch nicht verändert. Nach wie vor will er nur ein buntes Fohlen und das bitte möglichst billig. Mehr Ansprüche sind da selten und wenn, dann soll der Hengst außerdem noch lieb sein, weil die Stute halt so schwierig ist ... Züchten heißt, wie gesagt, in Generationen denken (wenn denn welche vorhanden sind)

Ich habe mich vor längerer Zeit von acht gescheckten Hengsten getrennt. Das fiel mir sehr schwer, denn sie waren mir alle sehr ans Herz gewachsen. Ich dachte damals, einen Entscheid für die Zucht getroffen zu haben, weil So Long zwar ein Donnerhall-Sohn war, aber nur mit MLP, Juanito ein lieber und zuverlässiger Kumpel,der als Pleasure eingetragen war, aber keiner war, Polar-Kristall zu klein war und nur den 30 Tage-Test hatte und somit seine einfarbigen Nachkommen aus WB-Stuten nur als Pinto-Rezessiv eingetragen wurden, Intschuschuna zu schwer vererbte, Gentle Giant zu uninteressant gezogen war, Rabentanz zwar reinerbig, aber daher auch uninteressant gezogen war, um einen Zuchtfortschritt zu bewirken und Star Trek eine Prüfung von gerade Mal 80 Punkten hatte ...

Ich habe meine bunten Stuten und die Junghengste verkauft, weil das Scheckenklientel selten mit meiner Meinung von Warmblutzucht übereinstimmte und somit die Körung und die HLP für die Youngster und das Weiterzüchten mit den Stuten wenig sinnvoll schien, wenn niemand meine Mühe anerkennt ...

Dann kam unsr bunter Don Kennedy-Sohn zur Welt und ich war voller Hoffnung. Als Sanyo gekört wurde und für 110.000 Euro an Sprehe versteigert war, da dachte ich wirklich:" Wenn der einen Bunten kauft, dann wandelt sich der Markt und es traut sich auch mal ein Warmblutzüchter zum Schecken, der sonst von der Farbzucht nicht begeistert ist." Als ich dann sah, wie günstig die Decktaxe von ihm ist, da wusste ich, der hat sich den Hengst nicht gekauft, weil er in der Zucht der Bunten etwas zu bewirken hofft, sondern damit er den Freizeitmarkt auch noch dazu bekommt, die mal ein geschecktes Fohlen haben wollen.

Und wenn ich hier ins Forum klicke, dann weiß ich sicher, daß meine Vision vom gescheckten Sportpferd, das nicht nur gekört wird, weil er Flecken hat, sondern weil er alle Voraussetzungen erfüllt, die an einen Deutschen Warmblüter gestellt werden, offensichtlich kaum jemand teilt. Und somit haben Dr. Ramsauer, Dr. Oeppert und Herr Britze Recht behalten, als mir einer nach dem anderen erklärte, daß der Warmblutscheckenzüchter nicht unbedingt nach Zuchtqualität strebt, sondern lediglich nach einem bunten Fohlen, von dem man mal hörte, daß man es gut verkaufen kann.

Vermutlich wird Don Sambuco, wie viele gute gescheckte Hoffnungsträger ins Ausland gehen und ich wünsche ihm von Herzen, daß die Züchter dort seinen Wert erkennen und er sein Licht niemals unter den Scheffel stellen muß, wie sein Großvater das heute noch posthum tun muß.

LG
Sabine
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Antoine De Saint-Exupéry

forsthof-antaris Offline

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05.05.2006 00:34
#40 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

Oh, Uschi - da warst Du wohl schneller als ich.

Brioni ist ein sehr guter Hengst und man darf gespannt sein, wie sich seine Nachkommen entwickeln. Sehr gut gepasst hat wohl die Anpaarung der ox-Stute Bagheera an den Rondo-Sohn Friedensfürst, der mit seinem Sohn Lücke nun auch seine Vielseitige Vererbung als Spring - und Dressurpferd unter Beweis stellte. Friedensfürst´s früher Abschied aus der Zucht ist sicher als großer Verlust anzusehen, denn er führt bedeutende Vererber wie den soliden Schabernack und Gelria im Pedigree und entstammt der Vollblutfamilie der Feinsliebchen xx. Ob Brioni die Scheckenfarbe zuläßt, bliebe abzuwarten, denn sein Vater ist Fuchs, die Mutter eine braune Stute, aber das ist bei Don Kennedy das Gleiche und es hat geklappt. Ich setzte gerne auf reinerbig dunkle Hengste, die kein Fuchsgen weitergeben - meist lassen sie die Scheckfarbe sehr gut zu. Ich habe für unsere Sambuco-Stute eigentlich den Rohdiamant vorgesehen, schwanke aber noch zwischen ihm und Rubin Royal, wobei mir bei Rubin-Royal die Fohlen sehr imponieren, aber Grundstein und Akzent mal unserer Panzerpaula - das wird vermutlich noch einmal ein Brecher. Da kommen Inschallah und Chronist auf der Mutterlinie von Rohdiamant eher als Veredler in Frage. Wobei ich natürlich auch Sir Donnerhall sehr ansprechend finde, aber hier wäre ein Inzuchtfaktor auf Sandro, der ein gerades Hinterbein erwarten läßt und Donnerhall als Verstärker eines eher familienfreundlichen Rücken und einer nicht ganz optimalen Hinterhand. Allerdings wenn ich mir so meinen Linné anschaue - dann könnte ich da auch noch eine Idee haben - schließlich sagt man von den Herzruf-Nachkommen, sie können alles!

Das spannendste an der Zucht ist die Planung und zu sehen, ob man klug angepaart hat oder danebenlag mit seinem Entscheid.

LG
Sabine (die Dir gerne bei weiteren Anpaarungsgedanken Unterstützung anbietet)


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Antoine De Saint-Exupéry

bunte Hubsi Offline

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05.05.2006 01:21
#41 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

Hab mich nicht angegriffen gefühlt, ganz ehrlich. Und ich kann sehr gut verstehen, wie Du denkst und welche Träume Du mit den wirklich guten Sportschecken verfolgst. Aber, wie gesagt, das ist einfach eine andere Liga. Als erstes denke ich, daß man von Pferdezucht nicht wirklich leben kann (bin Buchhalter), außer man hatte zuvor ein riesiges Vermögen. Schon wie Du sagst, was es kostet, einen Hengst kören zu lassen. Das kostet nicht bloß 20.000.-€, sondern nochmal soviel an Herzblut. Trotzdem würde ich es wagen, wenn ich wirklich überzeugt bin- laß Dich nicht ins Bockshorn jagen.
Wir haben in diesem Jahr nicht nach billig den Semper (billich ist der nicht) rausgesucht. Wichtig war mir der Charakter und bei Celinka möchte ich schon den Warmblutanteil weiter festigen. Denke auch, daß er unsere Kampfwumme ein bißchen veredelt. Bei der Lichthüterin ist schon alles im Lot, sie ist Holsteiner x Trakehner, der Semper wird die Warmblutlinie einfach weiterführen. Da bei ihr zu 25% ein Einfarbigle rauskommen kann, werde ich aber hier auch mit Semper keine Probleme bekommen.
Übrigens waren unsere Stuten auch nicht billig und wir haben wirklich lange gesucht. Da hast Du natürlich recht -gute Scheckstuten sind fast nicht zu kriegen. Aber Einfarbige auch nicht. Auch dort gibt es das Zweiklassensystem. Ich würde mich hier und dort nicht trauen, ganz oben mitschwimmen zu wollen. Da brauchst Du soviel Geld und Einfluß, das haben wir einfach nicht. Ich sehe auch das Züchten als Hobby, und Hobbys kosten Geld.
Weiß Du, und über Leute, die ein Pferd kaufen wollen und schon am Telefon ganz unverschämt handeln wollen, ärgere Dich nicht, sollen sie ein ganz billiges woanders kaufen. Die gibts auch nicht nur bei den Bunten. Die meisten wissen, daß ein Mercedes mehr kostet, als ein Golf.
Und zu den Pferdemärkten, das kannst Du einfach nicht verhindern, sowenig wie bei den Trabern, wo die langsamen einfach beim Metzger enden, oder den Vollblütern. Das ist auch eine Art der Selektion. Und die Haflingerfohlen werden eben zum Schlachten gezüchtet. Immerhin wachsen sie, bis es soweit ist, meistens als glückliche Weidepferde heran. Besser sie bekommen ein würdiges Ende, als auf einer bankrotten Follyfoot Farm klapperdürr im Morastpaddock zu enden. Die Tierschützer, die hier Remmidemmi machen haben doch eine Doppelmoral. Ich kann nicht in Birkenstocks zum Demonstrieren gegen Schlachtung von Tieren gehen, die sind nämlich aus Leder, was bekanntlich von toten Tieren stammt. Und wer bestimmt, daß ein Kälbchen weniger wert ist, oder ein Ferkel, als ein Fohlen????
Ja das sind wirklich Themen, wo man leidenschaftlich werden kann.
Die Welt kann man sicher nicht retten, aber wenn jeder von uns seine eigenen Tiere ordentlich behandelt, dann ist doch schon ein kleines bißchen Welt in Ordnung. Und wenn dann Andere diesem guten Beispiel nacheifern, dann weden es immer mehr.
Und wir als Eso-Tanten dürfen nicht vergessen, daß auch Tiere eine Lebensuafgabe mit auf den Weg bekommen. Sollte also eines ein langsamer Traber sein, dann hat auch das einen Grund.
Aber genug jetzt von den Lebensdramen, laß uns an glückliche Momente denken. Das hilt ungemein die Ohren steif zu halten. In diesem Sinne
Petra

forsthof-antaris Offline

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05.05.2006 02:01
#42 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

Petra, Du hast sicher mit vielem recht, was Du schreibst, aber im Bezug auf die Warmblutschecken ist das ein spezielles Klientel und da wir auch noch Trakkis züchten, ist der Unterschied schon immens spürbar. Die Trakkis sind wohl das andere Extrem, aber ich komme nun mal aus dem Lager und wenn ich nicht Dauerleihgaben bei meinem Mann anfordern will, sondern zumindest kostendeckendes Arbeiten anstrebe, dann muß ich auch mit dem Hengstbestand die Richtung dahin anzeigen, wo ich auch eine reelle Chance sehe. Ich habe heute Dennis geschrieben, daß ich bei den Scheckenleuten immer das Gefühl hätte, dass egal wie mühsam man das Ruder ein wenig bewegt hatte um den Kurs zu ändern, immer irgend jemand von hinten hineinfasst und es wieder in die Ausgangsposition zurückbewegt. Für diesen Kraftakt bin ich auf Dauer zu alt. Don Sambuco ist inseriert und der Entscheid ist gefallen. Ich halte lieber nach einem einfarbigen Oldenburgerjährling oder einem Trakkijungen Ausschau, für den ich mich nicht rechtfertigen muß, bzw. Schelte aus dem eigenen Lager beziehe. Mit unserer Panzerpaula züchte ich unter wirtschaftlichem Aspekt weiter, denn Schecken mit bekannter Deutscher Abstammung werden im Ausland gerne gekauft. Bewirken tu ich damit in der Zucht nichts, aber ich muß mich auch nicht mehr ärgern.

Übrigens ist Semper auch recht kräftig - er ist blutgleich wie Panzerpaula gezogen mit Samber und Sandro - und wir hofften mit dem edlen Don Kennedy, der über Pasteur xx auch wieder Vollblutanschluß hat zu veredeln. Aber auch wenn Sambuco ein Halbblüter war und Sandro ebenfalls, der groninger Einfluß von Samber und der solide Holsteiner haben das Fohlen geprägt. Die anderen Don Kennedys, die ich bei Schocki am Brenntermin sah, waren übrigens alle sehr edel und fein ... unserer schlägt schwer aus der Art

LG
Sabine
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Antoine De Saint-Exupéry

Dennis ( Gast )
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05.05.2006 13:02
#43 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

hallo mädels,
nachdem ich mir gestern etwas heftig luft gemacht habe, versuch ich es mal heute etwas rationaler zu formulieren.
es war nicht meine absicht jemanden zu beleidigen oder meine meinung auf zu zwängen.
und wenn lieschen müller mit ihrer no name stute zu nem paint hengst geht um ein buntes fohlen für sich selber und die stoppelfellder zu ziehen ist es selbstverständlich ihr gutes recht und natürlich hat dieses pferdekind auch eine daseinsberechtigung.
aaaaber..... wenn liesschen m. mit diesem fohlen, dann auf eine zuchtschau geht und dieses fohlen ( was zufällig "süss" aussieht ) dann auch noch prämiert und mit schleife und scherpe ausgezeichnet wird.... dann...ja dann hab ich ein problem damit.
sie wird also noch von oberster instanz ermutigt weiter zu züchten und das ist dann nunmal keine zucht sondern eine willkürliche vermehrung und liesschen wird diese fohlen nicht alle behalten sondern verkaufen, wobei wir wieder beim thema hammer pferdemarkt wären.
aber das interessiert ja keinenen, denn nach kurzer zeit wird liesschen auch noch einen hengst vorstellen, der dann gekört wird, sie erstellt eine homepage und dieser hengst deckt dann die haflinger-tinker-stuten der umliegenden bauernhöfe, die pferdetransporte füllen sich und den italienern läuft das wasser im mund zusammen.... leute, das kann doch nicht sinn der sache sein ???
ich selber hatte mit 20 eine direkte argentan tochter, eine 3/4 schwester zu argentinus zu abgott's painted joe gebracht, von nix ne ahnung aber 1200 dm in der tasche und hab mich bequatschen lassen wie toll denn der inzucht grad vom grossen Absatz passen würde. was man mir nicht sagte ( ich fragte allerdings auch nicht ) war, dass der hengst keine mütterliche abstammung besitzt, davon bin ich nunmal bei einem hb1 hengst ausgegangen und glaubte eine bunte trakehner schecklinie mütterlicherseits zu finden.
ich war 20, eine befreundete züchterin sagte mir " ich kenn mich mit schecken nicht aus, pass nur auf, dass der hengst hb1 ist und eine hlp hat" das hatte er, die hlp war zwar ne mlp und das hb1 hätte er niergendswo anders bekommen, aber einen anfänger lässt man also stillschweigend ins offene messer rennen.
ein zuchtverband hat auch pflichten und zu diesen gehört nunmal auch einen blutigen anfänger darüber aufzuklären was er da verzapft und ihm alternativen zu geben.
da aber "bei uns" vorstandsvorsitz, hengsthaltung, richten und geldmachen hand in hand geht lies ich dieses zuchtjuwel von einem hengst mit halbem papier decken.
der rheinländer züchter zu dem ich zum abfohlen ging hatte pippi in den augen wo er das erfuhr ( vor wut über meine blödheit ) ich mitterweile auch.
das fohlen kam, schön bunt und sehr ansehnlich, wurde auch vernünftig eingetragen.... aaaaber .... zucht bedeutet verbesserung, und wo wurde meine alte stute verbessert ? in keinem punkt ! selbst britze musste eingestehen, dass das fohlen nicht an die qualität der mutter herankommt.
da liegt nunmal das problem mit den loch im papier ( anstelle des lochs kann auch ein paint oder haflinger stehen ) du weisst halt nicht auf was die genetik zurückgreift, es ist nunmal russisches roulette, du kannst glück haben , aber die gefahr, dass die genetik sich der 3. generation bedient ist latent vorhanden.
sollten die fohlen meines stallbesitzers auf die dritte generation kommen, dann steht da nunmal ein pilot, oder eine paradox tochter oder frühlinsgball !!! da kann kein paintähnliches wesen bei rumkommen mit nem tinker schädel und nem haflinger gangwerk !
aber irgendwo kann ich sabine bröckel verstehen, denn dieser hengst deckt munter weiter, obwohl er mit seinen 20 jahren keine nachkommen im sport hat und das bei vollen decklisten !!! aber solange er schön bunt macht gehen die leute weiterhin zu ihm...also geht farbe doch anscheinend vor der qualität.
selbstverständlich sind auch die fohlen meines stallbesitzers nicht alle überflieger, aber da er im landgestuet schon gute hengste ab 350,- bekommt kann er es sich erlauben ein vernünftiges reitpferd für relativ kleines geld zu verkaufen, für seine frühlingsball und st.pr.stuten bekommt er sogar freie decksprünge !
sollten diese pferde nicht die erwartungen erfüllen können sie immernoch in die zucht, denn genetisch steckt da potential drin !
allerdings werden pferde die es nicht bringen vom rheinisch/westf. aber ausselektiert, da bekommt keiner ne schleife o.ä. da wird ganz klar das signal gesetzt "bitte nicht weiterzüchten sie machen einen rückschritt mit dieser linie"
und glaubt mal, diese pferde haben 10 x mal gangwerk und sprungvermögen als die meisten bunten zossen, trotzdem gehen sie brav am langen zügel mit kindern ins gelände !

forsthof-antaris Offline

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05.05.2006 13:10
#44 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten

Und das Signal der Scheckenverbändet lautet: "Schmeißt die Papiere weg - gewinnen geht auch ohne!"

LG
Sabine
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Antoine De Saint-Exupéry

OLDIE ( Gast )
Beiträge: 0

05.05.2006 14:24
#45 RE: Araber-Pinto Zitat · antworten
in dieser form kann ich schon mal (als priv.züchter) zustimmen.....
eines allerdings stört mich bei neutraler, wie auch parteiischer betrachtung...
wenn lischen müller mit einem fohlen oder eintragungspferd auf ner zuchtschau erscheint,
ist in der regel die zulassung geprüft worden....
wenn nun dieses tier an dem tage (gutes exterieur mal vorausgesetzt) gute bewegungen zeigt,
die unter umständen dazu führen, daß es höhere bzw. bessere noten erhält, als ein von mir
aus eigener zucht vorgestelltes tier(linienzucht),eventuell mir sogar ne prämie "nimmt",
kann und muß ich damit leben, das tier kann nichts dafür....(bewertung zum zeitpunkt der vorstellung)
es ist schon oft so geschehen, daß das gleiche tier vom zuchtleiter zwei drei jahre später keine
prämie oder hohe noten erhalten würde, weil es als erwachsenes tier einfach nicht den (angenommenen)
voraussetzungen entspricht. das gilt aber insbesondere auch für tiere aus linienzuchten oder ähnlich..
man kann da also nicht einfach sagen, ich bin der "wertvollere " züchter, nur weil ich konsequent
zucht nach strengen richtlinien betreibe......(das ist der punkt, wo renate zb. die stirn runzelt
und an "arroganz" denkt...) auch zuchtfortschritt hat seine grenzen, so mancher vermeintliche fortschritt
entpuppte sich jahre später als degenerierung und fehlschlag. man bedenke, auch wir sind nicht ohne fehl...
bei "rassenzucht" ist das problem zwar geringer, in der "farbzucht" zeigen sich mehrheitlich schwächen,
die sich in der realität nun mal auch auf den markt auswirken. ein größeres problem sehe ich pers. zb. darin,
daß zuviel pferdematerial aus dem ausland importiert wird (weils teilweise billiger ist) , der markt
der ohnehin mit unsinnig vermehrten tieren voll ist und nun zusätzlich belastet wird. dem professionellen züchter
bleibt damit nur ein kleiner u. begrenzter markt, der existenzbedrohlich zusammenbricht....
überzogene preise für durchschnittliche pferde überzogen hohe decktaxen , besorgen den rest.....
wer ist denn nun wirklich schuld an dieser situation, die uns alle zugleich trifft ? (fehlgesteuerte entwicklung)

streng gesehen sind "züchter" (zu denen ich mich auch zähle) selbst zumindest mit schuld....
früher wurde das anders gehandhabt...beispiel: pferd kaufen ? stimmt der preis ?
wenn dem züchter der preis im verhältnis zur qualität nicht zusagte , hat er oft zum schlachter verkauft,
nur um zu verhindern, daß schindluder mit seinen produkten getrieben wird ..( wo andere dann mit billig erworbenen
zuchtpferden den markt schädigen) zugleich hat der züchter damit das preisniveau für seine produkte bestimmt..
nicht etwa der nullachtfuffzehnkäufer....eine durchaus wirksame methode in der praxis...

ich habe mir meine zuchterfolge (aufzucht-körung-nachzucht-sport u. zucht-bis verbands + staatsprämien)in fast 30 jahren
schwer erarbeitet....möchte auch nicht mit wald und wiesen vermehrungen auf einer stufe stehen....klar...
allein der wille zur konsequenz fehlt sehr oft...die mehrheit eiert planlos in den verbänden rum.....
und die leben nun mal davon......grins.....


Dieter


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