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Dieses Thema hat 16 Antworten
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 Rund um Zucht und Aufzucht
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Coloured-Arabians Offline

Eliteanwärter/in


Beiträge: 202

20.02.2006 09:26
Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

Mich interessiert eure Meinung:

Was haltet ihr von Schimmel in der Pintozucht?

Folgender Fall ist mir in Erinnerung:
Die Tochter einer Freundin sollte ihr erstes eigenes Pferd bekommen. Sandra hatte sich bereits in ein Rappscheckfohlen, welches als Absetzer zum Verkauf stand, verliebt. Dieses Fohlen war ihr Traum in BUNT!
Als der Kleine dann heran wuchs kamen immer mehr Stichelhaare zum Vorschein. Als Jährling stellte sich dann definitiv heraus, dass er Schimmel werden wird.
Die Enttäuschung war riesengroß, zumal die Familie nicht damit gerechnet hat, dass aus einem gescheckten Pferd plötzlich ein Einfarbiges wird.
Beim damaligen Kauf wurde in keinster Weise darauf hingewiesen, dass das Fohlen "Schimmel" werden könnte, sonst wäre die Kaufentscheidung anders ausgefallen.

Grüße
Nicole
Coloured-Arabians
colouredarabians@aol.com
http://www.coloured-arabians.de

martina ( Gast )
Beiträge:

20.02.2006 11:48
#2 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

Hallo Nicole,

Also zu der Geschichte muß ich sagen, einer seite versteh ich ja die Enttäuschung.
Anderer Seitz muß ich sagen, wenn mann sich ein Fohlen kauft muß mann immer damit rechnen das es sich verändern kann.

Klar wenn mann sich einen schecken kauft, geht mann schon davon aus, das er auch so bleibt.

Ich denke mal das es schon sehr selten ist, das aus einem Scheck Fohlen ein Schimmel wird, aber mann sieht auch das kommt vor.

Und weil du geschreiben hast, beim kauf wurde nicht darauf hingewiesen, vielleicht waren sie selbst überrascht, und hätten nicht damit gerechnet, das das Fohlen mal ein Schimmel wird.

Und als ich damals mein ERSTES EIGENES Pferdchen bekamm auch ein Fohlen ( Jährling),
muß ich sagen auch wenn er grün geworden wäre, ( ein bißchen übertrieben) aber
das hätte mir auch nichts ausgemacht.

Und zu deiner frage, also ich denke mal das die Pintozucht schon darauf hinaus läuft,
Bunte Fohlen zu Züchten, aber das immer mal wieder Einfarbige zu welt kommen find ich gar nicht so schlecht, denn sonst hätte ich ja meinen nicht.

Was ist denn jetzt aus dem Fohlen geworden, haben die es noch ?

LG Martina


Coloured-Arabians Offline

Eliteanwärter/in


Beiträge: 202

20.02.2006 13:11
#3 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

Hallo Martina!

Natürlich muss man in der Pintozucht immer mit Einfarbigen Fohlen rechnen (ausser man hat reinerbige Schecken)!
Nur bei bei dem Einsatz von einem Schimmel-Elternrteil verhällt es sich so, dass sie als Schecken zur Welt kommen und sie mit der Zeit ausschimmeln können. Manchmal auch erst mit 4-7 Jahren! Und das Risko besteht immer dann, wenn ein Elterntier ein Schimmel ist!!!
Aus farbigen Eltern (Füchse, Braune und Rappen) können nie Schimmel fallen!

In den meisten Fällen sieht ein erfahrener Züchter, ob das Fohlen Schimmel wird, doch ein Liebhaber hat nicht unbedingt diese Kenntnisse!
Und wenn er dann nicht aufgeklärt wurde, finde ich das einfach nicht fair.

Sandra hat den kleinen Hengst (zwischenzeitlich Wallach) nicht mehr. Er ist wirklich komplett ausgeschimmelt und sie wollte unbedingt einen Pinto. Und um zwei Pferde zu unterhalten reichte das Geld nicht...

Grüße
Nicole

Coloured-Arabians
colouredarabians@aol.com
http://www.coloured-arabians.de

sambala Offline

Showsieger/in


Beiträge: 68

20.02.2006 13:21
#4 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

Die Enttäuschung kann ich auch gut verstehen, wenn aus einem Rappschecke plötzlich ein Schimmel wird.

Hmm...hatte dieses Fohlen denn Papiere? So wie es sich anhört, kam es ja von einem Züchter, oder?! Dann müßte auch in den Papieren stehen "kann Schimmel werden"! Dann hätten die Käufer nicht richtig hingeschaut! Was die ganze Sache natürlich nicht entschuldigt, ein Züchter/Verkäufer sollte schon auch auf sowas hinweisen, wenn er weiterhin über einen guten Ruf verfügen möchte!

LG
Sabine
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On ne voit bien qu'avec le coeur. L´essentiel est invisible pour les yeux!

(Antoine de St-Exupéry)

Coloured-Arabians Offline

Eliteanwärter/in


Beiträge: 202

20.02.2006 13:39
#5 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

Nur zur Info:
Das Fohlen in diesem Fall hatte keine Papiere! Kam aber von einem Züchter (in meinen Augen eher ein Vermehrer), der z.T. ohne Papiere gezüchtet hat, weil er mit seinem Hengst alles deckte.

Mich interessiert jetzt aber generell, wie die Pintozüchter über den Einsatz von Schimmel in der Pintozucht denken.
Der oben genannte Fall sollte nur eine kleine Erzählung sein...!

Grüße
Nicole


Coloured-Arabians
colouredarabians@aol.com
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Locke51 ( gelöscht )
Beiträge:

20.02.2006 14:59
#6 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten
Hallo Nicole!

Tja, das mit den Schimmeln in der Pintozucht ist immer so eine Sache!
Ich persönlich bin auch der Meinung, dass Schimmel nicht in die Scheckenzucht passen. Genauso wenig wie man einen Rappen in der Haflingerzucht oder einen Fuchs in der Friesenzucht einsetzt.
Leider sehen das aber Schimmelbesitzer oft ganz anders. Denn jeder liebt sein Pferd und meint, dass der Pintozucht etwas verloren geht wenn er gerade dieses Tier nicht einsetzt.
Bei Schimmelschecken kann man das nicht ganz so sehen aber auch da sollte sich der Besitzer der Verantwortung bewusst sein, die er gegenüber der gesamten Zucht und gegenüber dem nächsten Besitzer trägt.
Es ist gemein ein junges Pferd als Schecke zu verkaufen, das später ein Schimmel werden kann!
Die Entäuschungist dann klar.
Andererseits weiß ich aber auch nicht warum der Käufer sich nicht die Eltern des Pferdes zeigen lässt.
Wenn Vater oder Mutter ein Schimmel ist besteht zumindest die Möglichkeit, dass das Fohlen später auch "verschimmelt"(wie Greenhorn es bezeichnet).

Locke51

Coloured-Arabians Offline

Eliteanwärter/in


Beiträge: 202

20.02.2006 15:21
#7 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

Hallo!

Bin froh mit meiner Meinung nicht allein da zu stehen!
Na ja mit den Eltern zeigen lassen ist immer so eine Sache. Die wurden dann halt gerade verkauft oder sind auf einem Turnier etcpp.
Und was meinst du wie unwissend die Käufer manchmal sind. Selbst wenn sie einen Schimmel als Elterntier präsentiert bekommen, vermutet so mancher nicht dahinter, dass das Fohlen nach dem Schimmel kommt, wenn es doch ein Schecke ist.
Also bleibt nur zu hoffen, dass jeder Verkäufer ehrlich genug handelt - zum Wohl des Tieres!

Grüße
Nicole

Coloured-Arabians
colouredarabians@aol.com
http://www.coloured-arabians.de

forsthof-antaris Offline

Forum-Verdienstkreuz Bronce


Beiträge: 1.351

25.03.2006 14:03
#8 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

Grundsätzlich widerspreche ich Euren Ansichten nicht, denn ich hatte einen Sohn des Namajan. Da Papa selbst mittlerweile schneeweiß ist, rechnete ich natürlich damit, dass der als Fohlen rappgescheckte Nostradamus ausschimmeln könnte. Man merkt das eigentlich meist auch sehr schnell und Nosti war auch als Jährling schon sehr stichelhaarig. Seine Qualität stand jedoch außer Frage und bei ihm stellte sich starum auch die Gretchenfrage: Soll ein Schimmelschecke in die Zucht? Namajan ist ein Hengst von einzigartiger Ausstrahlung und wir trafen uns oft auf den regionalen Turnieren, an denen Namajan auch sehr erfolgreich in der Dressur startete und wenn es regnete, dann sah man, dass er einst ein Schecke war. Er hat mit Nightflight, No Name, Namao und Nostradamus (es gibt noch mehr gekörte Söhne)sehr gute Gene in die Zucht geschickt. Nosti war ein sehr zuverlässiger und charakterlich einwandfreier kleiner Ponyhengst und auch sein heutiger Besitzer war voll des Lobes über ihn. Nightflight nahm am Bundeschampionat teil und Namao schickte bereits einen Sohn dort hin. Kann man trotzdem auf den schimmelgescheckten Namajan verzichten?

Wir fuhren trotzdem mit Nosti zur Körung und er ist m.W. in vier Verbänden anerkannt und hat sich in der Leistungsprüfung sehr gut gezeigt. Seine Nachkommen sind wie die seines Vaters mal Schimmelschecken, mal Einfarbige und auch mal Schecken mit Farbe.

Wer einen Schimmelschecken nutzt, der sollte natürlich auf die Gefahr des Ausschimmelns aufmerksam gemacht werden. Aber wenn ich mit Amüsement in der Pferdemarkt lese: "außergewöhnlich gezeichneter Mamorschecke, seltene Farbe!", dann überlege ich, daß man wohl auch das ausschimmeln schön reden kann und damit Geld verdient, wenn man dem Kind nur einen neuen Namen gibt.

Ich habe Brave Heart, unseren schimmligen Trakihengst vor zwei jahren mit einer Halbtrakehner Sambucotochter angepaart. Das aus dieser Befruchtung resultierende Stut-Fohlen, wurde ein Schecke. Da sie in Oldenburg gebrannt wurde, wäre es nicht so dramatuisch für uns gewesen, wenn sie ausgeschimmelt wäre, denn dann wäre sie eben eine oldenburger Schimmelin geworden und hätte trotzdem einen Markt gefunden, denn ihre Gesamtqualität war außergewöhnlich. Viel schwerer zu verkaufen sind natürlich Schimmelschecken, die in Scheckenverbänden oder als Pinto eingetragen sind. Hier empfindet man es als Makel, wenn das Zuchtziel nur in den ersten Lebensmonaten erreicht ist und dann verblasst.

Allerdings hatte ich schon gescheckte Pferdekinder, die waren weiß mit 3 schwarzen oder braunen Flecken - da hätte ich mir dann gewünscht, sie könnten einfach ausschimmeln, denn ein Schimmel ist allemal leichter zu verkaufen, als ein weißer Schecke mit dunklem Kopf, der dann auch noch eine Laterne hat. Den meisten war ja sogar Polar-Kristall schon zu weiß und der hatte einen schwarzen Kopf mit schmaler Blesse!

LG
Sabine

Dennis ( Gast )
Beiträge:

29.03.2006 16:27
#9 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

also ich hab da glaub ich nen seltsamen geschmack,
ich finde porzelanschecken klasse, da hast doch jedes jahr ein neues muster ;-) o.k. irgendwann ganz weiss, aber bis dahin ist es doch ziemlich abwechslungsreich.
es gab doch mal nen tollen schimmelschecken aus der rinaldo linie, den fand ich vom foto her unheimlich toll auch in der färbung.
aber ich mag ja auch schecken mit viel weiss, je mehr desto besser, o.k. putzen ist nervig, aber ich find sie klasse.
oder laterne und blaue augen ;-)
o.k. genug von meinen perversionen ;-)

forsthof-antaris Offline

Forum-Verdienstkreuz Bronce


Beiträge: 1.351

30.03.2006 01:20
#10 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

Dennis, wenn der nächste weiße Schecke bei mir im Stoh landet, dann rufe ich Dich an. Die letzten habe ich angeboten wie Sauerbier und in meiner letzten Verzweiflung fast verschenkt.

Dafür durfte ich mir vor kurzen anhören, dass mein Irci zu wenig gescheckt sei - pah, die haben unseren "Mütze" nicht gesehen: 3 Flecken, schwarze Ohren und eine Riesenlaterne im Gesicht. Als ich den aus der Stute hatte, dachte ich wirklich, daß den nur seine Mutter lieben kann und die war braun! Das war das erste Irco-Fohlen, bei dem ich den Papa verschämt verschwieg, weil ich fürchtete, dass bei dem Kind, keiner mehr den Hengst nimmt.

Aber wie Dieter immer so schön schrieb: Was dem einen sin Uhl. is dem anderen sin Nachtigall.

LG
Sabine
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Antoine De Saint-Exupéry

Dennis ( Gast )
Beiträge:

30.03.2006 11:25
#11 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

hattest du nicht auch ein sehr weisses fohlen von eurem akitos ?
ein stutfohlen mein ich, das fand ich auch klasse von der färbung !
hätte ich mit kusshand genommen ;-)

forsthof-antaris Offline

Forum-Verdienstkreuz Bronce


Beiträge: 1.351

02.04.2006 21:51
#12 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

Nene, Dennis, das war vom Schimmel, denn der Akitos macht ganz gleichmäßige Scheckung und nicht so bunte Bunte. Mir war das Stuchen viel zu weiß. Aber da sie sich wirklich gigantisch bewegen konnte, fand auch sie eine Liebhaberin.

LG
Sabine
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Antoine De Saint-Exupéry

Dennis ( Gast )
Beiträge:

06.04.2006 14:28
#13 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

aber diesses stütchen musstest du doch nicht anbieten "wie sauerbier" ?
also ich hab gemerkt wenn die qualität stimmt, verkauft sich jede farbe. mein einfarbiges stütchen aus meiner bunten ging auch sofort weg. allerdings schwebte sie auch anstatt zu traben ;-)

forsthof-antaris Offline

Forum-Verdienstkreuz Bronce


Beiträge: 1.351

07.04.2006 10:24
#14 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

Hmhmhm. Dennis, Du triffst da meinen wundesten Punkt, denn leider ist es bei einem Pferd, welches sich außergewöhnlich gut bewegt, sogar ein Vorteil, wenn es einfarbig ist. Ich durfte mir anhören, daß ich ja ein tolles Fohlen hätte, wenn diese gräßliche Farbe nicht wäre - nun, sie war halt wirklich sehr weiß und ich hätte mir gewünscht, sie würde ausschimmeln. Ganz ehrlich. Als ich sie sah, da war mein erster Gedanke:" Vielleicht hast Du ja Glück und sie ist in einem Jahr ganz weiß."

Die "Scheckenkäufer" wollen entweder günstige Pferde, oder sehr harmonisch gescheckte oder am liebsten beides. Die Papiere sind meist nicht so interessant, weil den wenigsten die Namen im Pedigree was sagen und "auf Papieren reitet man ja schließlich nicht" (wie ich es hasse, das zu hören, damit der Preis fällt). Sicher gibt es Ausnahmen von der Regel, aber es gab durchaus auch Pinto-Hengsthalter, die Interesse an meiner "Flocki" hatten, mir aber erklärten, daß sie erstens gar nicht interessiert sind am Oldenburger Brand (der meiner Meinung nach für mich der züchterisch interessanteste Aspekt war, abgesehen von der Qualität des Fohlens)und man keinesfalls mehr als 1.000 Euro für ein Fohlen ausgeben würde, weil man schließlich nicht weiß, wie es sich entwickelt und ob es später für die Zucht taugt. Glaube mir Dennis, da werden Äpfel mit Birnen verglichen. Als ich überlegte, die Scheckenzucht genau deswegen aufzugeben, weil ich keine Lust mehr hatte, mich immer wieder zu rechtfertigen, da inserierte ich meine vierjährige Oldenburgische Sambuco-Tochter mit Sandro-Mutter, eingetragen Oldenburger Hauptstutbuch und tragend vom Siegerhengst Don Kennedy. Ich wollte 7.500 Euro für die Stute. Abgesehen von vielen Schnäppchenjägern und Chaoten, die anriefen, hatte ich auch einen Spezialisten, der mich anschnauzte, was mir wohl einfiele, so viel Geld für das Pferd zu wollen, denn er hätte eine gescheckte Stute für 3000 Euro gekauft, die auch tragend ist. Es handelte sich dabei zwar um eine Tochter eines HB2-Hengstes aus einer Traber-Mutter, aber tragend sei sie von einem tollen Paint-Hengst. Nachdem ich dann erfuhr, daß die Stute 1,54 m misst (unsere 1,66m) und 9 Jahre alt ist, habe ich ihn gefragt, ob er wohl zu einem Ferrari-Händler gehen würde und ihm für so einen roten Flitzer den Preis für einen Fiat Cinquecento bieten würde, weil er nur gedenke 80 KMh zu fahren, denn wenn man einen Ferrari haben möchte, muß man auch den Preis dafür bezahlen und wenn man eben keine hohen Ansprüche stellt, dann reicht auch ein Fiat, um sich fort zu bewegen - der ist dann auch um ein vielfaches billiger.

Sicher, es gibt immer öfter auch in der einfarbigen Pferdeszene solche "Geiz ist Geil-Kunden", aber wenn ich ein Sandro-Hit-Fohlen anbiete, dann kommt kein seriöser Käufer auf die Idee, man könnte ihn auch für 2.000 Euro kaufen, denn jeder weiß, daß die Decktaxe für den Hengst schon höher ist - ich spreche nicht von Qualität, denn auch Sandro-Hit-Kinder haben die Überdurchschnittlichkeit nicht gepachtet, aber davon, daß man als Züchter das Heulen bekommt, wenn man ausrechnet, was das Fohlen in der Entstehung kostet und dann wird verglichen mit HB2-Nachkommen oder papierlosen gescheckten Zauseln. Und die Verbände unterstützen das auch noch, indem sie diese Tiere an Zuchtschauen loben und mit Auszeichnungen dekorieren.

In Oldenburg bin ich nicht der Einäugige, der unter den Blinden König ist und man schmeißt mich auch nicht mit Prämien zu, aber ich weiß wenigstens, dass die Fohlen, welche die Prämie erhielten, aus Stuten und von Hengsten abstammen, die mindestens 5 Generationen voll haben und ihre Qualität durch eine Leistungsprüfung, Körung oder einen Hauptstutbucheintrag bewiesen haben. Ich kann sehr gut damit leben, wenn eine Elitestute von Rohdiamant x Donnerhall mit einem Fohlen vom Siegerhengst vor uns rangiert wird, aber nicht damit, wenn der Sieger ein Papier hat, daß einem Schweizer Käse gleicht oder wahlweise Pinto x Paint gezogen ist. Ich will auch nicht werten oder die Qualität dieser Tiere als Reitpferd schmälern, aber der Zuchtfortschritt kann bei einer solchen Entscheidung nicht im Vordergrund stehen.

Ja, und nun Dennis, stehe ich zwischen den Stühlen, denn die Oldenburger sind den "Kühen" gegenüber skeptisch und die Scheckenzüchter wissen nicht zu schätzen (zumindest nicht in Euro ausgedrückt) daß man bestrebt ist, aus der züchterischen Mittelmäßigkeit in Richtung deutsches Reitpferd zu zielen und so anzupaaren, daß man in Zukunft keine Abstriche machen muß, weil es halt ein Schecke ist. Sanyo erbrachte den Beweis, für die Richtigkeit unseres Gedanken, denn wenn ein Schecke bei den "einfarbigen" Züchtern Anerkennung findet, dann wird er eben auch teuer. So verstehe ich "Sonderlackierung - nicht peinlich und wertlos, sondern außergewöhnlich und damit wertvoll.

LG
Sabine
_________________________________________________

Geh Wege, die noch niemand ging, damit Du Spuren hinterläßt
Antoine De Saint-Exupéry

Dennis ( Gast )
Beiträge:

07.04.2006 15:53
#15 RE: Schimmel in der Pintozucht??? Zitat · Antworten

haaach....wat schön... eine seelebverwandte ;-)
ich denke aber, das momentan wirklich einfach der markt kaputt ist für die pferde in der mittleren preislage.
alles was an zauseln bis 2000,- läuft und die spitzenpferde ab 20.000 lassen sich verkaufen. die märkte hierfür wird es auch immer geben.
auf der letzten hann. körung bekam man für "schlappe" 15.000 ,- nen gekörten hannoveraner ( geschweige denn die ungekörten ) sowas hätte es vor ein paar jahren auch nicht gegeben.
natürlich fördern die "bunte-kuh-mal-shetty-mal-welsh" nicht gerade den ruf oder den markt, aber der preis für sanyo denk ich war auch eher ne schieberei zwischen der hengststation und den österreichern, eine hand wäscht die andere ;-)
der züchter bei dem ich stehe bekommt seine sehr guten rheinländer stuten, tragend aber auch nicht für 7,500,- weg. es ist momentan halt flaute.
und in kleinem rahmen züchten und dann noch ein plus zu erwirtschaften halte ich momentan für absolut nicht machbar, dafür ist der markt einfach zu voll und die leute haben echt kein geld mehr ( die normalsterblichen in der mittleren preisschicht)
ich muss dir nur in einem punkt wiedersprechen ;-)
auf papieren reitet man wirklich nicht..... für die zucht halte ich es für unerlässlig auf schärfste drauf zu achten, aber wenn du dich im reiterlager umschaust, denen ist es komplett peng....da könnte auch als vatername stehen "ringelpietz-mit-anfassen"
solange das tier springt oder die pfannen von den dächern holt, ist denen das egal. daher würde ich ein pferd momentan auch ausschliesslich unterm sattel verkaufen, für ein fohlen musst du froh sein wenn du +/- 0 rauskommst.
aber ich finde es klasse, dass du dich nicht beirren lässt und den härteren weg über den oldenburger verband gehst, anstatt dir in anderen verbänden die "european-championship-of-the-only-horse-with-four-legs....blablabla" scherpen zu holen !
gruss
Deniz

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