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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 3.245 mal aufgerufen
 Rund um Zucht und Aufzucht
forsthof-antaris Offline

Forum-Verdienstkreuz Bronce


Beiträge: 1.351

07.09.2006 16:16
100% Trächtigkeit! Zitat · Antworten

Jetzt muss ich einfach mal meine Freude loswerden, denn in diesem Jahr sind alle unsere Stuten tragend geworden!

In erster Linie verdanken wir das natürlich unserer nimmermüden Vertragstierärztin Dr. Alex Görgens, die es wirklich geschafft hat, den Besamungszeitpunkt so exakt zu bestimmen, daß Glücki, Happy und Flora in der ersten Rosse gleich tragend wurden und bei Flora und Happy nur 1 Besamung notwendig war! Glücki erhielt zweimal Samen und nur bei Panzerpaula waren drei Rossen nötig, um zum Ziel zu kommen - aber die hatte wohl doch eine kleine Verletzung der Gebärmutterschleimhaut bei der Geburt mitbekommen, die sich infiziert hatte und erst einmal behandelt werden musste.

Vielleicht gefällt ihr ja auch Cora sooooo gut, denn die kleine Dame büxte ja gleich an ihrem ersten Lebenstag zu der Scheckentante aus und enterte dort, sehr zu Pinselchens Entsetzten die Milchbar. Na und jetzt wollte halt Panzerpaula auch mal ein Schimmikind und verschmähte Linné als Kindsvater - jedenfalls gab es vom Schimmi nun ein Schuß und ein Treffer.

Ich laß mir nun meinen MT(macht tragend)-Arm wohl vergolden .

Aber Spaß beiseite. Ich bin überzeugt, daß ein artgerecht gehaltener Hengst, der Gras unter den Hufen und die Sonne auf dem Fell spüren darf eine Voraussetzung für guten Samen und damit gute Befruchtungsquoten ist.

Dazu kommt auch noch das Zuchtstutenmanagement, denn der beste Samen nutzt leider nichts, wenn die Stute unsauber ist oder keine Rosse zeigt.

Licht, Luft, Wärme, Bewegung, Futter und Kontakt zu Artgenossen sind für einen Erfolg der Besamung sehr wichtig, denn nur durch diese Sinneseindrücke werden die Freisetzungshormone im Hypothalamus ausgelöst und die Hirnanhangdrüse angeregt, das Follikelstimulierende Hormon auszuschütten und das Geschlechtshormon Östrogen zu produzieren, damit ein Rossezyklus beginnen kann.

Über den Hypophysevorderlappen gibt das Gehirn den Auftrag, die Konzentration des Follikelstimmulierenden Hormones zu erhöhen und die Stute kommt in Rosse: Auf den Eierstöcken beginnt ein- oder beidseitigbildet die Follikelbildung und es entsteht eine Eiblase mit Eizelle und Nährflüssigkeit, was wiedererum zur Östrogenbildung führt.
Östrogen bewirkt nun die äusseren Rosseanzeichen und die Veränderungen am Geschlechtsapparat und damit das Schleimen und Blitzen äußerlich und das verlaufen des Gebärmutterhalses, sowie ein feuchtes, gut durchblutetes Genitale.

Ungefähr am 5. Tag der Rosse dominiert das luteinisierende Hormon und beeinflusst das reife Follikel zu platzen und die Eizelle freizugeben, die in den Eileitertrichter fällt und dadurch in den Eileiter gelangt, wo sie theoretisch noch sechs Stunden befruchtet werden kann, um dann nach 6- 8 Tagen in die Gebärmutter abzusteigen, wo sich die Eihäute des Embryo ca. am 35 -50 Tag fest mit der Gebärmutter verbinden.

Kurz nach der Ovulation bildet sich in der Ovulationsgrube der Gelbkörper, aus dem das schon erwähnte Schwangerschaftsschutzhormon Progesteron entsteht. Bei einer Nichtträchtigkeit wird in der Gebärmutter dann ungefähr 20 Tage nach der Ovulation Prostaglandin gebildet, was über die Lymphbahnen in die Eierstöcke gelangt und nun beginnt ein neuer Rossezyklus.

Soweit die theoretische Seite der physiologie der Fortpflanzung. Aber wo die Sinneseindrücke fehlen, da bleibt der Hypothalamus auch untätig und es wird kein Follikelstimmulierendes Hormon gebildet.

Natürlich sind der Tiermedizin Hilfsmittel gegeben und mit einer Prostaglandingabe, zerstört man den Gelbkörper aus welchem sich das Trächtigkeits schützende Schwangerschaftshormon Progesteron bildet, das eine Rosse verhindert, aber wenn der Stute die Voraussetzungen der äußeren Gegebenheiten fehlen, dann ist auch hier die Mühe nicht immer vom Erfolg gekrönt.

Die Natur lässt sich nicht immer austricksen und sie hat es so eingerichtet, dass die Stute dann tragend wird, wenn die beste Voraussetzung gegeben ist, daß genügend Futter für sie nach der Geburt das ist, damit sie sich und ihr Pferdekind ernähren kann - das ist eigentlich im Mai/Juni, denn wenn das Fohlen im April/ Mai zur Welt kommt, wächst das Gras und das Futterangebot ist reichlich vorhanden.

Wir können mit Solarium, also UV-Licht und Wärme und plötzlich stark erhöhten Futtergaben, welche reichlich Eiweiß enthalten nach einer Zeit, bei der nur der Erhaltungsbedarf gegeben wurde einen Flushingeffekt erzeugen und der Stute mit langen Phasen in denen das Stallicht anbleibt das Gefühl vermitteln es sei Frühling - auch wenn es erst Januar ist. Aber auch hier ist Bewegung und der Kontakt zu Artgenossen sehr wichtig, um wirklich die Hormone zu stimmulieren, damit Follikel gebildet werden.

Schlußendlich ist aber für mich auch der Besamungstierarzt ganz wichtig, der durch Ultraschall-Follikelkontrollen den optimalen Befruchtungszeitpunkt feststellt. Ob er die Stute auch besamt, das einem Besamungswart überläßt oder der Hengst im Natursprung für Nachwuchs sorgt, ist für mich persönlich Ansichtssache.

Ich mache mir natürlich bei unseren Stuten auf Station auch die Mühe, sie auch erst abends zu besamen, wenn sie den ganzen Tag draussen standen und das Genitale durch Bewegung gut durchblutet wurde und das Aufbereiten des Samens wird auch überflüssig, wenn er nativ versamt werden kann und direkt nach dem Absamen in die Stute wandert.

In größeren Betrieben und bei sehr stark frequentierten Hengsten ist das oft nicht möglich, denn wenn 5 Stuten in der Ferne auf Samenportionen warten, dann muss der Samen haltbar gemacht werden und noch einmal aufs Phantom zu klettern, damit die einzige Stute auf Station, die keinen Vedünner verträgt, nativ besamt werden kann, das mutet man dem Hengst nicht zu, der sowieso meist auch noch die Doppelbelastung als Sportpferd hat.

Aber auch der "Natursprung" wird auf großen Betrieben schnell zur Vergewaltigung der Stute, denn Zeit ist Geld und der Besitzer ist meist fern und so wird das Pferdemädchen nicht genügend vom Hengst stimmuliert und zum Schutz des kostbaren Vererbers vor den abwehrenden Tritten der Stute, wird sie gefesselt und mit der Nasenbremse zum Stillhalten gezwungen.

Der Weidehengst der in der Stutenherde frei deckt, der ist selten.

Aber bevor ich mich nun in Betrachtungen über Hengstmanagement festsabble, freue ich mich nun auf das nächste Jahr und bin gespannt, was der Juni und Juli uns für Überraschungen schenken.

LG
Sabine

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Geh Wege, die noch niemand ging, damit Du Spuren hinterläßt
Antoine De Saint-Exupéry

martina ( Gast )
Beiträge:

07.09.2006 17:03
#2 RE: 100% Trächtigkeit! Zitat · Antworten

Hallo Sabine,

na das sind ja sehr schöne Nachrichten,
Gratuliere natürlich, und ich bin mir sicher,
das werden alles super Fohlen

Lg Martina

bunte Hubsi Offline

Moderatorin


Beiträge: 1.633

08.09.2006 08:51
#3 RE: 100% Trächtigkeit! Zitat · Antworten

Liebe Sabine,
das freut mich tierisch für Dich. Deine positiven Gedanken scheinen ja bestens zu funktionieren.
Nur ein Fohlenrennen gibt es nächstes Jahr wohl nicht. Die Celinka hat ja beim ersten Besamen im März gleich aufgenommen und jetzt kriegen wir ein Februar Baby. Ich hoffe bloß, daß wir keinen so harten Winter kriegen.
Und Lisch haben wir am 1. September zum letzten Mal besamt und hoffen, daß dieser Versuch doch noch zum ersehnten Fohlen führt. Rein technisch war alles bestens......
Aber bei all Deinen Ausführungen hast Du die Psyche der Stute vergessen......Lisch hat, was Licht, Futter, Auslauf und Tierärztlichen Beistand angeht wohl die allerbesten Karten, aber........
Klar, sie hat auch im März aufgenommen, wie Celinka, aber halt diese Zwillingsgeschichte. Und bis jetzt hat es nicht mehr klappen wollen. Ist ja auch erst das dritte Jahr in dem wir versuchen, sie tragend zu bekommen ...
Also unsere Quote: 50% kann aber noch auf 100% steigen, Ultraschall am 15. oder 16. September
Liebe Grüße Petra

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