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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 813 mal aufgerufen
 Rund um Zucht und Aufzucht
martina ( Gast )
Beiträge:

18.04.2006 14:58
Reithengst? Zitat · Antworten

Hallöle,

also ich besitze ja einen Araber-Pinto Hengst 2 Jährig.
Und würde ihn gerne Hengst lassen (Reithengst), er ist im Moment sehr Brav, habe auch keine Propleme im Umgang mit ihm ,und so lange es auch so bleibt würde ich ihn gerne Hengst lassen, er kommt auch jeden tag auf Koppel mit anderen Pferden (Wallach).

Mich würde mal Interresieren was ihr so über (Reithengste) denkt?

LG Martina


Dennis ( Gast )
Beiträge:

18.04.2006 23:07
#2 RE: Reithengst? Zitat · Antworten

hallo martina,
ich hatte früher einen reithengst geritten, der auch täglichen weidegang mit anderen pferden hatte und in der halle normal mit stuten lief, halt nicht zu na dran und nicht am langen zügel hinter ner rossigen stute her, aber ansonsten sehr umgänglich.
leider ist er der einzige hengst geblieben der so einfach im handling war den ich kenne.
wir haben jedes jahr mehrere 3 jährige hengste und jedes jahr das selbe spiel, früher oder später wird das spielen immer heftiger und irgendwann zerfleischen sie sich fast.
aus der gruppe wo mein drei jähriger drin ist, wird langsam einer nach dem anderen rausgeholt und kastriert, weil sie zu brutal werden und ehrlich gesagt habe ich auch langsam keine lust mehr jeden abend die neuen macken zu verarzten, denn irgendwann ist es evtl. keine macke mehr sondern eine böse verletzung.
meiner bekommt noch diesen sommer auf der gemeinschaftsweide und wird dann im herbst mit 3,5 jahren gelegt.
ich denke man tut dem tier keinen gefallen damit, wenn er isoliert gehalten werden muss, sollte deiner wieder erwarten so umgänglich bleiben, dann soll es euch gegönnt sein.
aber ich merke jetzt schon was für ein stress meiner hat wenn stuten in der stallgasse an ihm vorbei geheführt werden und ne einzelbox in der ecke ohne direkten kontakt zu anderen pferden möchte ich ihm ersparen.
gruss Deniz

forsthof-antaris Offline

Forum-Verdienstkreuz Bronce


Beiträge: 1.351

19.04.2006 00:35
#3 RE: Reithengst? Zitat · Antworten

Hi Martina,

ich möchte Dich nicht verletzen, wenn ich Dich frage: Glaubst Du wirklich, daß Du dieser Aufgabe auf Dauer gewachsen bist? Ich weiß wie wunderbar es ist, einen Hengst zu reiten und meine Meinung, seit ich die Möglichkeit dazu habe ist: Solange ich einen Hengst satteln kann, was soll ich da eine Stute reiten?

Ich habe weder was gegen Stuten, noch gegen Wallache, denn ich hatte bereits eine Stute im kleinen Turniersport (L-Dressur)und ich hatte einen Wallach, der mich 16 Jahre begleitete und der bis Vielseitigkeit Kl. M und Dresur Kl. S ausgebildet war. Meine Hoffnungen für dieses Jahr setzte ich in unseren Trakkihengst Linné, der die BUCHA-Qualifikation der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde in der Tasche hatte und nun von mir zum Viereckakrobaten umgemodelt wird.

Mit meiner Stute war die Zeit in der wir gemeinsam kleinere Turniere bestritten eigentlich recht entspannend, denn sie litt kaum unter hormonellen Zyklusproblemen, wie Kitzligkeit oder gegen andere Pferde drängeln. Leider musste ich sie wegen Kissing Spines schon sehr früh über die Regenbogenbrücke schicken. Mein Entscheid, danach einen Wallach zu kaufen war mehr Zufall, aber der war, obwohl ihn gar keine Hormone mehr zwackten, doch oft sehr von seinen Launen gesteuert. Der erste hengst hielt bei uns als Fohlen Einzug und da er sich leider auf der Fohlenweide sehr verletzt hatte, mussten wir ihn nach Hause holen. Er bekam einen gleichaltrigen Traberhengst und die Wallache zur Gesellschaft und war bald King of Currywurst. Da er zur Körmusterung sollte, schickten wir ihn mit 28 Monaten ins Training. Dort standen auch Stuten im Stall und mein hengst war vollkommen durch den Wind, als wir ihn besuchten. Auf die Weide durfte er nicht, weil die nicht hengstgerecht eingezaunt war und seine Box war bis oben vergittert. Kontakt zu Artgenossen gewährte man ihm nicht. So hatte er angefangen zu weben und bei der Arbeit war er unkonzentriert und frech ... Der Hengst, den ich besuchte, war mir so fremd geworden und als er in der Box herumtobte, weil eine Stute an ihm vorbei geführt wurde, da hatte ich das erste Mal Respekt, zu ihm in den Stall zu gehen - vermutlich hätte er mich in seiner Raserei einfach platt gemacht. Nun ging es mir nicht alleine so und als ich erfuhr, daß die Angestellten Hölzchen zogen, um aus zu knobeln, wer ihn rausholen und zum Training fertig machen sollte, da zweifelte ich stark daran, daß dieser schwarze Berserker mein Fohli war, der mir wie ein Hund gefolgt war und bei dem Kinder in der Box hätten übernachten können, als er noch bei uns wohnte. Wir holten ihn also wieder ab. Leider hatte er nun gelernt, wie leicht es ist die Menschen zu erschrecken und der einst so wohl erzogene und freundliche Hengst testete nun auch bei uns täglich aus, ob er nicht doch der Chef sein darf. Oft stand er auf zwei Beinen vor mir und winkte mit den Vorderhufen, wenn ich ihn zur Weide bringen wollte und unsere Pflegerin mußte ich aus der Box retten, weil er sie in die Ecke gedrängt hatte und sie nicht mehr raus ließ. Obwohl er den Körstempel im Papier trug und auch auf Anhieb zwei hervorragende Fohlen gezeugt hatte, wurde er fünfjährig kastriert, weil er irgendwann als unreitbar galt. Da hatten wir ihn allerdings bereits verkauft.

Sicher haben wir in seiner Aufzucht viele Fehler gemacht, denn der arme kranke Junge wurde stets bemitleidet und mit guten Gaben getröstet, weil er verletzt war und als es ihm wieder gut ging, da forderte er sein Recht ein und keiner mochte es ihm verwehren. Solange er unter 1,60 m maß und unter 600 kg wog, war sein Possenspiel mit uns auch sehr lustig, aber wenn ein ausgewachsener und bemuskelter Hengst vor einem steht und einen zum Spiel auffordert, ist das nicht mehr so witzig.

Nun hatte er jedoch seine Spielchen zu unserem Glück mit seinen Kumpels austragen können und abends war er entsprechend ausgelastet und entspannt - dazu kam, daß bei uns nur Jungs wohnten und damit um keine Mädels konkuriert werden mußte. Und so gab es eigentlich keine Probleme. Nur als er in den Ausbildungsstall umzog, da hatte er keine Kumpels mehr zum Kräfte messen und toben. 23 Stunden Boxenhaft, ohne die Möglichkeit des Ausgleichs zum Freilaufen, ließen sein Temerament rasch überschäumen und er "spielte" eben in Ermangelung seiner Pferdekumpels mit den Menschenfreunden. Die hauten ihm aber gleich mal eine auf den Pelz, worauf er aggressiv wurde und nach dem Motto lebte: Angriff ist die beste Verteidigung. Nachdem er festgestellt hatte, dass er es auch schaffte Alpha zu sein, weil sich die Pfleger vor ihm fürchteten, wuchs sein Selbstbewußtsein und mancher, der ihn nicht so ernst nahm, wurde nun gebissen oder getreten. Dazu kam, daß er nun als knapp dreijähriger Junghengst in Saft und Kraft stand und ihm der Samen wohl in den Ohren rauschte. Immer rossende Stuten um sich zu haben, die man nur durch die Gitter riechen kann, können einen Hengst schon zum Rotieren bringen.

Als er wieder bei uns war, hatte er zwar die Weide zum Ausgleich, aber, wie bereits erwähnt, auch schon ein paar Flausen im Kopf und ein übersteigertes Selbstwertgefühl. Ihm nun zu zeigen, daß er im Zweifelsfall Beta sein muß und der Mensch immer Alpha ist, war ein täglicher Kampf - den wir schlußendlich aufgaben.

Unsere Hengste haben (schon fast wie die Hengstpavillions in Trakehnen) jeder einen eigenen Auslauf, auf dem sie ganztägig Heu knabbern dürfen, zwischen denen genügend Raum ist, damit sie sich nicht begegnen müssen, aber sie können die Kumpels sehen, haben direkten Blick auf die Paddocks der Mädchen und haben Kontakt zu den Jungpferden. Auch zwischen den Boxenwänden sind Gitter, durch die sie sich beriechen oder auch mal kneifen können und ihre Boxen haben alle geöffnete Fenster zum Hof, die ihnen ebenfalls Nasenkontakt zum Nachbarn ermöglichen. Wir transportieren problemlos auch zwei Hengste zusammen, aber wir schaffen keine Konkurrenzsituation, indem wir eine Stute dazustellen.

Den Samenstau können wir in der Decksaison auch bei nicht so starker Frequentierung eines Hengstes auf unserer Lederrosi abbauen - ein Vorteil der Künstlichen Besamung.

Wer unsere Hengste kennt, der wundert sich nicht mehr, dass sie brav und ausgeglichen wie Wallache unter dem Sattel zu arbeiten sind und daß wir keine Führketten oder Steiggebisse brauchen, um ihnen den Weg von A nach B zu zeigen. Natürlich sitzt auch ihnen mal der Schalk im Nacken und sie versuchen die Grenzen etwas weiter zu stecken. Meist genügt ein kurzer Anranzer, und sie akzeptieren ihre Position in unserer Pferdefamilie wieder.

Wenn ich derzeit unsere zufrieden grasenden Hengste in der Abendsonne (so sie mal scheint) beobachte, dann bin ich sehr glücklich, da´ich wenigstens vier Vererbern ein artgerechtes Dasein ermöglichen darf und sie nicht, wie viele anderen "Deckmaschinen" ein Dasein fristen müssen, das einem Tiger im Käfig gleicht.

Hätte ich diese Möglichkeit nicht, dann bin ich sicher, wäre ihnen ein Leben als Wallach in einer Herde erstrebenswerter, als der Besitz beider Hoden, die sinnlos Samen produzieren, die sich der arme Kerl auch nicht aus den Rippen schwitzen kann und ein Leben in Einzelhaft, die Aggressionen fördert, unter denen der Reiter dann oft zu leiden hat.

Schlußendlich darf man auch nicht vergessen, daß die meisten Hengste zwar schon mit 1 1/2 - 2 Jahren zeugungsfähig sind und die Dreijährigen durchaus schon Hengstmanieren haben können, aber ungefähr im Alter von 7 Jahren der Hengst erst zur Reife gelangt. Mancher fünfjährige Knabe ist noch nicht aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und wird zwei Jahre später vom umgänglichen Reitpferd zum Matcho mit Ramboallüren, die einen Besitzer durchaus zur Verzweiflung treiben können. Und abgesehen davon, wie gefährlich ein außer Kontrolle geratener Hengst für alle Beteiligten sein kann - Deckunfälle und Verletzungen der Stuten stehen hier noch nicht an erster Stelle - ist es auch für die Mitreiter sehr lästig, wenn man immer Rücksicht nehmen muß, auf die Hengstreiter, damit man sich nicht plötzlich, im Sattel eines Wallachs sitzend, von zwei Hengstvorderbeinen umarmt fühlt und verzweifelt:"Besehetzt!" rufen muß.

Ach ja, und die Zeitgenossen, die auf den Abreiteplatz kommen und schon von weitem schreien:" Vorsicht, ich habe einen Hengst!", denen möchte ich gerne raten, doch lieber zuhause zu üben.

Also Martina, bitte nicht böse sein, aber Du tust Dir und Deinem Jungen einen großen Gefallen, ihn gar nicht erst auf den Geschmack der Lust zu bringen, wenn Du nicht später einen Einsatz als Deckhengst mit ihm planst. Aber ob es die Sache mit Körung, HLP und erschwerter Haltung wirklich wert ist, dass er im Jahr 2 Stuten beglückt, das mußt Du allein entscheiden. Und wenn Du einen Freund für Freizeit und Sport haben möchtest, dann kann ich Dir sagen: "Hengstreiter sind meist einsame Zeitgenossen, die ihr Vergnügen ins Gelände zu reiten nur selten mit jemandem teilen können."

Im übrigen habe ich seit 13 Jahren keinen Urlaub mehr mit meiner Familie gemeinsam machen können, weil immer einer bei den Pferden bleiben muß. Als wir mit 3 Wallachen gesegnet waren, fanden wir immer eine Urlaubsbetreuung für die Pferde und später wäre es auch kein Problem gewesen, die Stuten zu versorgen. Hierfür boten sich auch Reitkollegen oder Kolleginnen oder Freunde an, den wir das auch zutrauten, aber mit den Hengsten um zu gehen, traue und mute ich keinem zu, der das nicht gewohnt ist.

Martina, nun hoffe ich Du triffst den richtigen Entscheid für Dich und Dein Pferd.

Ganz liebe Grüße
Sabine
_________________________________________________

Geh Wege, die noch niemand ging, damit Du Spuren hinterläßt
Antoine De Saint-Exupéry

OLDIE ( Gast )
Beiträge: 0

19.04.2006 10:00
#4 RE: Reithengst? Zitat · Antworten

hallo, martina....das thema hatten wir ja schon mal eingehend besprochen...
ich denke, man braucht da nicht so viel wiederholen... was dennis und
sabine dazu geschrieben haben, trifft exakt den punkt, es kann.........
in der regel zeigen sich zumindest später erhebliche probleme, mit denen du
zu kämpfen haben wirst, wenn der junge hengst bleibt, das ist so sicher wie das amen in
der kirche. dann erst wirst du wohl merken, daß du weder dem pferd noch dir selbst, einen
guten dienst erwiesen hast, indem du ihn als hengst gelassen hast.
du solltest es garnicht erst soweit kommen lassen. schließe mich insoweit den meinungen
von dennis und sabine an....

Dieter

jeanne Offline

Moderatorin

Beiträge: 1.365

19.04.2006 15:15
#5 RE: Reithengst? Zitat · Antworten

Hi Martina

ich bin jetzt etwas verwundert, ich dachte nachdem wir dieses Thema ausgiebig immer wieder im Chat durch hatten......... das du damals schon eine Entscheidung getroffen hattest????? ich kann mich den anderen nur anschließen. Unser 2 Jähriger wird den Sommer über noch in der Marsch verbringen danach kommen die Eier ab!!!!!

Kann es kaum noch erwarten!!!!

Bis bald "lütte"

Lg. Sylvia

Angi ( gelöscht )
Beiträge:

19.04.2006 22:19
#6 RE: Reithengst? Zitat · Antworten

Hy!

denke auch das es besser ist, ihn kastrieren zu lassen.

Meiner wurde zweijährig gelegt und ich denke das es auch besser war...

Habe Bekannte die mussten ihren Hengst mit fünf noch kastrieren(wo es auch eigentlich schon zu spät war),das ging einfach nicht mehr. Aber danach war er ruhiger und man konnte ihn wieder händeln...

Natürlich kann das auch gutgehen, aber dafür muss ein Hengst richtig ausgelastet sein. und das ist nicht so leicht...

lg

Amaretto ( Gast )
Beiträge:

03.06.2006 19:37
#7 RE: Reithengst? Zitat · Antworten

Also ich denke das kommt auf das Pferd und den Menschen an-vorallem was man vorhat mit dem Hengst.Soll er gekört werden,soll er "nur" Reitpferd sein??Kann ich das Pferd artgerecht halten-einen Hengst artgerecht zu halten ist in den meisten Reitställen nicht möglich..Und einem Hengst sein ganzes Leben lang "nur" in der Box bzw. in Einzelhaltung zu halten ist tierquälerei.Ausserdem brauchen Hengste eine konsequente,faire Hand-jeder Hengst,egal wie lieb und brav hat schnell raus ob der Mensch ihm gewachsen ist und wird früher oder später seine Rangordnung ausfechten wollen und schnell begreifen ob ER oder Frauchen/Herrchen Chef ist..und das kann gefährlich werden..
Ich selber habe auch einen jungen Hengst-der NOCH sehr,sehr umgäglich und altersentsprechend erzogen ist.Er kann noch mit anderen Pferden laufen..er bleibt Hengst solange es geht-sollte aber irgendwann feststehen das er lediglich Reitpferd wird-und die Haltung die ich ihm jetzt noch bieten kann nicht mehr möglich sein-dann muss ER eben in den sauren Apfel beissen..

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