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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 1.839 mal aufgerufen
 Rund um Zucht und Aufzucht
Sonnwendjoch Offline

Showsieger/in


Beiträge: 52

21.12.2008 00:33
Golden-Cross gezogen??? Zitat · Antworten
Ich hätte mal eine Frage, kann mir bitte mal jemand erklären was genau man unter dem Begriff "Golden-Cross-gezogen" bei Arabern versteht? Ich hoffe ich hab hier den richtigen Platz für meine Frage gefunden?...für erklärende Links wäre ich dankbar.

Wenn damit eine rassereine Linienkreuzung von spanisch-ägyptisch(Mutter spanisch x Vater ägyptisch) damit gemeint ist, kann mir dann mal jemand erklären was daran "so golden" ist?

Es ist doch gut wenn gute Eigenschaften/Leistungen etc. der Elterntiere(aus verschiedenen Linien) in einer Verpaarung rasserein miteinander verbunden werden. Oder hab ich da was missverstanden? Warum wird denn das immer so betont? die einen finden es gut, die anderen sind dagegen. Warum?

Ist das ähnlich zu setzen mit rassereinem Outcross bei Katzenzüchtern?(Frischblutzufuhr innerhalb der Linienzucht, aus eben der gleiche Rasse, nur anderen fremden Linien?)


Lg.Sonnwendjoch
Stef Offline

Staatsprämie

Beiträge: 622

21.12.2008 11:01
#2 RE: Golden-Cross gezogen??? Zitat · Antworten

Golden Cross geht wohl auf das Gestüt Om-El Arab zurück, vielleicht helfen Dir diese links weiter?
Zu Deinen anderen Fragen können Dir sicher die Araber-Experten hier im Forum weiterhelfen.
http://www.om-el-arab.com/de/start.html
http://vzap-server.de/index.php?option=c...id=33&Itemid=43
http://www.geocities.com/thearabiansite/...haklan_ger.html

LG
Stef

Sonnwendjoch Offline

Showsieger/in


Beiträge: 52

23.12.2008 18:51
#3 RE: Golden-Cross gezogen??? Zitat · Antworten

Vielen Dank für die Links UND ich bin im WWW doch fündig geworden und wollte Euch an den Infos teilhaben lassen.



Kanzler – in Trakhenen geborener Hengst, der den 2. Weltkrieg überlebte

Wisznu – geflohener Junghengst aus Polen(Kriegszeit)

Gestüt Marbach/Weil – deutsche Zucht-Pferdeimport aus Ägypten(für Marbach importierten
Nazeer-Sohns Hadban Enzahi)

Sarolta – Stute auf Weilerbasis gezogen aus Polen(Stammstute von Dr. Kurt Entress)

Halef – Hengst aus Polen(Offizier flüchtete über die Grenze nach Kriegsende mit ihm)

Mekka – Stute aus Jugoslavien(keine Papiere nach dem Krieg, aber VA-Brand!!!)

Gestüt Achental – Gertraude Griesbach Deutsch (Wisznu-Polen, Halef-Polen,
Babolnaer-Ungarn-Stuten Isabell, Rozka, Khabitha, Khema, Kho-Ra und
Comtesse, die polnische Isonda sowie die Marbacher Stuten Jemen und
Jacaranda,-Ende 60ger Jahre)

Gestüt Ismer übernahm den Bestand des Gestüt Achental

Achentalzweigstelle in Argentinien

W.C. Hansen mit seinem Gestüt El Shams, als Stammstuten die Achentalerin Kenya und die vom Krieg verschlagene jugoslawische Mekka;

Fürst zu Inn- und Knyphausen mit dem Marbacher Hengst Haladin, Pferdeimport aus
Ägypthen(die ersten privat importierten Ägypter ins Land: ein
zweiter Nazeer-Sohn, Ghazal, sowie die Stute Moheba,
tragend mit ihrer Tochter Malacha, die eine der
bedeutendsten Stutenfamilien der deutschen Gesamtzucht
begründen sollte.

Duisburger Tierpark zunächst mit den Stuten Koranah und Koratha und dem Hengst Kheman, alle aus Achental.
Wenige Jahre später wurde das Trio der deutschen Nazeer-Söhne
komplett, als der etwas jüngere Kaisoon als Staatsgeschenk der
ägyptischen Regierung im Duisburger Tierpark landete.

Hadban Enzahi, Ghazal und Kaisoon(typvoll) – aus Ägypten importiert, rein ägyptisch

Hengst Karmin – rein polnisch

Stute Algaida – rein spanisch (Die Congo-Tochter Algaida war ein absolutes Einzelstück, bis
das Ehepaar Merz Anfang der 70er eine größere Gruppe
Stuten aus Spanien importierte.

Estopa – rein spanisch (Eine von den importieren Stuten des Ehepaar Merz war die
legendäre Estopa, die das Gesicht nicht
nur der deutschen Zucht entscheidend verändern sollte.)

Hengst Nizar – in Holland aus englischen Linien gezogen

Pferde aus Polen, Spanien und der Sowjetunion wurden importiert

Gestüt Tersk – rein russisch (Anfang der 70er sogar der bedeutende Tersker
Hauptbeschäler Salon, der aber in Deutschland nie die ihm
zustehende Wertschätzung erfuhr.

Hengst Kilimandscharo – rein russisch (zusammen mit einigen Stuten von Silvia Garde-Ehlert
importiert wurde und hier zum Star-Vererber.)

steriler Hengst - Der erste Siegerhengst hieß Elemi v. Pietuszok, stammte aus Polen und
gehörte dem damals im Aufbau befindlichen Gestüt Ostenfelde, das in den
Folgejahren zu einer der größten Zuchtstätten polnischer Vollblutarabern
außerhalb Polens wurde und ebenfalls viel in die USA exportierte.

sechsstellige Summe nach USA verkauften polnischen Vererber El Paso oder den noch frisch importieren Shaker el Masri.

Gestüt Saalegrund, das als eines der ganz wenigen Gestüte auf der Basis der alten Marbacher und Achentaler Linien züchtete und das mit großem Erfolg.

Unvergessen der Hengst Mansul(Land???) und seine Töchter, alle in leuchtender Fuchsfarbe, di im In- und Ausland Siegerschleifen sammelten.

Von den älteren Zuchtstätten war besonders das Gestüt Ismer erfolgreich, das eine große Spannbreite von Blutlinien pflegte und das bis heute noch tut - dort gibt es „reine“ Polen und Ägypter ebenso wie die Nachkommen der Marbacher oder Achentaler Linien, die das Gestüt in den 60er Jahren mit gründeten.

Akif – DDR, vermutlich aus Polenimporten stammend

In der Privatzucht gab es vereinzelt auch Achentaler Linien, vor allem die der aus Bábolna stammenden Stute Rozka. Später kam in Tausch gegen eine Stute der Kaisoon-Sohn Kaidal II in die DDR und war innerhalb dieser nicht sehr umfangreichen Zucht sehr einflussreich.

Als Fazit ist zu sagen: Es gab noch nie zuvor die viele Vollblutaraber, so viele AV-Besitzer und eine solche Vielfalt an Blutlinien in Deutschland finden, wobei die russischen und ägyptischen Linien immer noch deutlich die Übermacht haben.
Hier hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten sehr viel getan, was auch auf andere Länder Einfluss hatte; genannt seien nur die jeweils hoch einflussreichen Vererber Kubinec und Ansata Halim Shah, deren Wirken weit über die deutschen Grenzen hinaus reicht.


So bemüht sich beispielsweise unter dem Kürzel IGMAL (Interessengemeinschaft Weil/Marbach-Achental-Lütetsburg) eine Reihe von meist kleineren Züchtern um die Erhaltung der Nachkriegslinien und vor allem ihrer Werte: eines Vollblutarabers, der nicht nur schön ist, sondern sich auch durch einen guten Charakter, ein korrektes Exterieur, Härte Gesundheit und erstklassige Reiteigenschaften auszeichnet – kurz um, alles, was den Vollblutaraber klassischer Prägung ausmacht.





Ich suche für mich eher eine dieser guten Gesamt-Kombination(im arabischen Pferd, also einen Vollblutaraber der "Klassischen Prägung") von Linien aus:

Trakhenen-russisch, Weil/Marbach deutsch-ägyptisch, spanisch, polnisch, (schön wäre auch wenn englische Linien mitinvolviert wären-"Fuchsfarbe-heller Behang?"), WEIL..."mein zukünftiger Araber" nicht nur schön sein soll, sondern auch Leistung in seinen Genen stecken soll(er/sie soll auch genetisch was können) auf was man auch Schritt für Schritt(je nach Alter) dann aufbauen kann(auch als "Freizeitpferd",...und was sich daraus entwickelt sehe ich ja dann...


Danke für die Links und die Infos! Nun kann ich viel genauer gucken in den Pedigrees, welche/r der/die Richtige für mich wäre! bzw. welche Züchter zuchttechnisch meinen Vorstellungen entsprechen.(aus den Stammbäumen kann man ja eine Menge rauslesen, das sagt mir viel mehr als nur Optik.


herzlichen Dank!


Und sollte etwas ausversehen nicht stimmen, bitte ich Euch um Verbesserung!!!



DANKE

u. viele Grüße

Sonnwendjoch







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