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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 924 mal aufgerufen
 Fragen zum Ablauf einer Zuchtschau
forsthof-antaris Offline

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Beiträge: 1.351

29.08.2006 17:46
Gedanken zu Zuchtschauen, Noten und Titeln Zitat · Antworten

Die Frage aus einem anderen Thread, ob man mit einem Wallach zur Zuchtschau fahren soll/darf/kann beschäftigte mich nun doch aber weil ich den Thread nicht entthematisieren wollte, habe ich flugs ein neues Thema aufgemacht.

Ich hielte es für eine gute Idee, einen Scheckentag mit GHP und Schauprogramm von Verbandsseite durchzuführen, nur wenn das Ding halt Zuchtschau heißt, dann erwarte ich da eher Hengste, Stuten und Fohlen.

Natürlich ist es Ansichtssache und wenn jemand mit seinem Wallach zu einer Schau fährt, ist das ja o.k. Ich glaube nur, daß es eben zu wenig Wallachbesitzer gibt, die daran teilnehmen würden, damit in jeder Sektion auch ein bisschen Konkurrenz mitläuft.

Ich hatte bei einer Echaschau einen Hengstring gesehen, da liefen gekörte Althengste gegen 2-jährige Jungspunde und Tinker gegen Warmblüter und Lewitzerhengte - und da wirklich ein faires Urteil zu sprechen, fiel mir als Richter höllisch schwer. Man kann den Tinker nicht nach Warmblutkriterien beurteilen und der Lewitzer war sicher ein toller Bursche, aber irgendwie ging er unter. Und am schlimmsten fand ich, daß es dann nachher hieß, "der Tinker war besser als der Warmblüter" - dabei kann man da doch keinen Vergleich ziehen.

Bloß wenn man dann für jede Sektion und jedes Geschlecht einen eigenen Ring laufen lässt, dann ist es wie bei den Pintos: einer wird Sieger, einer Reservesieger und dann gibt es noch den zweiten Reservesieger und mehr Teilnehmer waren es halt nicht.

Aber Stuten und Wallache in einem gemeinsamen Ring bewerten? Eine Stute soll als Zuchttier bewertet werden und beim Wallach wird man den mütterlichen Typ vergebens suchen, oder?

Übrigens hatte auch der ZfDP aus Mangel an Teilnehmern an der Landesschau in Tarmstedt einen Warmblutstutenring auf Ponystuten erweitert und als da noch nicht genügend mitmachten, da liefen halt die Schecken auch noch mit.

Ein bisschen veralbert kamen sich die Scheckenponyzüchter die vor allem auf Lewitzerblut setzten vermutlich schon vor, wenn sie gegen Herrn Sascha Hahns Dressur-Pur-Stuten antreten mussten und natürlich chancenlos blieben, weil da zwei ganz verschiedene Zuchtziele auf einen Nenner gebracht werden sollten. Bei den Fohlenringen waren dafür die Warmblutzüchter sauer, weil ein papierloses Ponyfohlen die Nase vorn und die Schärpe um hatte und man sich fragte, warum man zum teuren Hengst geht, wenn das Motto zu heißen scheint: Werft die Papiere weg - gewinnen kann man auch ohne.

Ich will das gar nicht werten, ob das Pony verdient gewann oder sich der Warmblutzüchter zu Recht ärgerte, aber das ist die Gefahr dieser zusammengewürfelten Schauringe.

Ich schätze daher diese gemischten Ringe nicht sehr und auch wenn ich verstehe, daß auch die Wallachbesitzer ihr Pferd mal dem kritischen Richterblick vorstellen wollen, aber dazu gibt es Reitpferdeprüfungen ... auf denen die Schecken wirklich gut sein müssen um 8-er Noten zu bekommen.

Ansonsten halte ich Schauen zum großen Teil für Augenwischerei und gerade bei Fohlen frage ich mich oft, was denn nun aus dem strahlenden Sieger der Fohlenschau wurde. Im Vorfeld ist doch ein die kluge Auswahl des Brenntermines schon die halbe Miete, und die Fohlen, welche die Fahrkarte nach Lienen bei den Qualifikationsterminen in Weser-Ems bekommen, die stehen auch nachher meist in der Platzierung dort vorne. Selten habe ich eine Quali wie bei Kasselmann gesehen, bei der hochbonitierte Prämienfohlen abgewiesen wurden, die man später im Auktionslot wiederfand.

Was ist also für den Käufer höher einzuschätzen, eine Quali nach Lienen oder eine Verbandsprämie oder ist es das Fohlen das im Eliteauktionslot mitläuft, welches das später züchterisch wertvollste oder das sportlich erfolgreichste wird?

Wer je eine Dressurprüfung gleich welcher Klasse geritten ist, der weiß genau, daß eine Platzierung nicht nur von der gekonnten Vorstellung des Pferdes abhängig ist, sondern auch von demjenigen, der es vorstellt und von der Konkurrenz ... ach ja, auch noch von dem Geschmack und Vorlieben der Richter. So kann es dann sein, daß einem Verkaufspferd für den entsprechenden Preis noch ein paar Platzierungen fehlen und man es dann mit dem richtigen Piloten auf die richtigen Plätze schickt und dann ... füllt sich das FN-Scheckheft, welches den Verkaufspreis bestimmt. Daß der todsichere Schleifensammler er unter dem neuen Besitzer nie mehr eine Schleife bekommt, obwohl der kein schlechter Reiter ist, habe ich leider auch schon erlebt. Es gibt eben Turniere, da hängt die Meßlatte hoch und bei anderen, da ist es leichter zu punkten.

Aber um nach dieser Ausschweifung wieder aufs Thema zurückzukommen, da bin ich eben der Meinung, daß es dem Besitzer eines Wallaches wenig nutzt, wenn er gute Noten für das Gebäude bekommt. Gebäudenoten bei einer Stute können die Begehrlichkeit ihrer Nachkommen steigern oder die Fohlen uninteressanter machen. Bei einem Hengst sind sie sicher ebenfalls in den Anpaarungsgedanken des Züchters eine wichtige Aussage.

Natürlich kann man den Gebäudenoten vielleicht als Richtlinie für eine spätere reiterliche Ausbildung Bedeutung zumessen, denn wenn ich ein Pferd mit tief angesetztem Hals, gerader Kruppe und steiler Hinterhand habe, dann werde ich in der Versammlung für das große Viereck vermutlich mehr Schwierigkeiten haben, als mit einem Pferd, dessen Halsung vorbildlich angesetzt, die Kruppe gut geneigt und die Hinterhand ideal gewinkelt ist, denn dieses Pferd hat es leichter unter den Schwerpunkt zu treten und das Gewicht mit der Hinterhand aufzunehmen um dann Schub für die Verstärkung zu haben.

Wie schon erwähnt, haben wir dafür die Reitpferdeprüfung, bei der neben den Grundgangarten und der Rittigkeit auch das Gebäude bewertet wird, das natürlich möglichst nah am Ideal sein soll.

Aber das Ideal, das liegt eben entweder im Auge des Betrachters oder ist von der Konkurrenz abhängig und eine 8 vergebe ich als Zuchtrichterin wenn das Pferd wirklich überdurchschnittlich in dem Kriterium ist.

Ich habe mit Herrn Dr. Ramsauer oft zusammen gerichtet und dabei sehr viel gelernt. Daß man sich über seine menschlichen oder geschäfltlichen Qualitäten streitet, das weiß ich, aber als Pferdebeurteiler war und ist er ein Phänomen.

Grundsätzlich waren wir uns in den Noten überwiegend einig - zumindest in den Zeiten des DPZV. Aber als Zuchtleiter von ECHA hat er oft das 8-er Täfelchen gezogen, wo ich die 6,5 in der Hand hielt. Sein Argument: Man muß die Pferde nicht niederrichten, denn die werden in der Gesamtzucht doch keinen Schaden anrichten und der Züchter oder Besitzer freut sich und zahlt dafür gerne den Beitrag.

Wozu denn dann überhaupt Noten vergeben, wenn sie nur Trostpflasterchen sind und Augenwischerei?

Spätestens bei der nächsten Schau eines anderen Verbandes ist der Züchter und Besitzer dann doch verärgert, weil er sich verschaukelt fühlt, wenn einer im Gebäude eine 8 vergibt und der andere eine 6,5 und ich denke dazwischen liegen Zuchtwelten.

Obwohl eine Note auch immer relativ ist.

Wenn ein Partbred-Araber in einem Warmblutring läuft, dann müsste er wohl die 10 für den Rassetyp erhalten und die anderen werden sich wohl eher weit darunter bewegen, denn sie müssen sich mit einem sehr typvollen Pferd messen.

Aber in einem reinen Araberring wird der Partbred-Araber vielleicht nur eine 7 für den Rassetyp erhalten, denn seine Konkurrenz trinkt aus Sektkelchen.

Ich gehe mal davon aus, daß hier der Rassetyp an einer Wallachschau bewertet wird und nicht der Geschlechtstyp, denn was typisch Stute ist, das weiß man - Mütterlicher Ausdruck ist wichtig. Ein Hengst soll seinem Geschlecht entsprechend als maskuliner Vererber erscheinen mit männlich markantem Ausdruck. Aber der Wallach? Wäre für mich schwierig, das zu sagen, wie ich mir einen Wallachtyp vorstelle.

Ich will hier nun keinem das Pferd niedermachen und gönne jedem den Erfolg. Lediglich das Streben nach Auszeichnungen wenn 3 Konkurrenten antreten, finde ich bei Wallachen, Hengsten und Stuten gleichermaßen albern und ich weiß aus meiner Erfahrung, daß es schon schwer ist einen Ring von Stuten gleicher Sektion zu füllen, so daß von Konkurrenz gesprochen werden kann, bei Wallachen halte ich das für noch schwieriger und als ich mich für einen Araberhengst interessierte wurde mir gleich von einem Kenner (aber nicht unbedingt Befürworter) der Szene gesagt, daß dort eben jeder ein Champion, Supreme Champion, Best of Show oder ähnliches ist, der einmal im Schauring stand.

Jahre später ging mir das durch den Kopf, als ich das Hengstchampionat des DPZV als Zuschauer betrachtete und es da eben auch einen Europasiegerhengstund einen Europareservesiegerhengst gab und dann aus Mangel an Teilnehmern nichts mehr kam. Mir wäre es superpeinlich jemandem zu erzählen, daß mein Hengst Europareservesiegerhengst ist, wenn das gleichbedeutend ist mit: er wurde zweiter von zwei Pferden. Und ein Züchter muß sich doch veralbert fühlen, wenn man ihm erzählt von den tollen Schausiegen des Vererbers und der dann nachfragt und erfährt, daß sich halt nur zwei Hengste um den Titel bewarben.

Ist ja fast so wie sich einen Adelstitel zu kaufen.

LG
Sabine
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Geh Wege, die noch niemand ging, damit Du Spuren hinterläßt
Antoine De Saint-Exupéry

OLDIE ( Gast )
Beiträge: 0

29.08.2006 19:33
#2 RE: Gedanken zu Zuchtschauen, Noten und Titeln Zitat · Antworten

also...sabine, im rahmengrundsatz stimme ich auch hier mit dir überein.
bestimmt hat fast jeder züchter/in, sich früher oder später auch schon gedanken über sinn-unsinn
mancher-zuchtschau-veranstaltungen gemacht und ist zu enttäuschendem ergebnis gelangt.
es ist immer gut,dieses geschehen nicht überzubewerten....,
ein von dir angesprocher punkt ist unter anderem die vorstellung von wallachen...,
nun, dieses gab es wie du weißt, auch bei den früheren trakehnern in form der remonten.
ich für meinen teil halte es durchaus für berücksichtigenswert, je nach menge von nachkommen,
wenn mir die möglichkeit geboten wird, auch wallache zu sehen, die schlußendlich ja auch reitpferde
bzw. verkaufspferde sind. jeder züchter muß wissen, was er da erwarten kann, wenn er hengstfohlen
aufzieht und später zum wallach macht. die betrachtung und beurteilung von wallachen zu vergleichszwecken
ist schon angebracht....letztlich kann durch inaugenscheinnahme ein eigenes urteil gebildet werden,
daß bei einem richtverfahren durch verbandsrichter, völlig anders aussieht, als deren bewertungsnoten.
dies in positiven, wie auch im negativen....zum beispiel bei der korrektheit des fundaments und der bewegung
wie auch des gebäudes insgesamt, sowie auch beobachtungen zur umgänglichkeit.
diese feststellung dürfte unstreitig sein, daß ein wallach dabei nicht unbedingt in eine typschablone
paßt, liegt in der natur der dinge.., da entscheidet sehr oft oder gar ausschließlich das auge
und das gefühl des evtuellen käufers.... (grins)

oder gibst du mir die garantie, daß jedes fohlen ein prämienverdächtiges stutfohlen
oder gar hengstanwärter ist bzw. wird ?

im übrigen bin ich ein gegner von vermischung der schauringe in konkurrenz , da immer und ohne
ausnahme ungerechtigkeiten zwangsläufig auftreten, mit denen wir dann leben müssen, obs uns paßt oder nicht..


Dieter


http://forum.kleines-deutsches-reitpferd.de"

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