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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 2.019 mal aufgerufen
 Fragen und Diskussionsbeiträge zum Thema Gesundheit beim Pferd
anni Offline

Bundeschampion/ess

Beiträge: 150

04.01.2009 23:06
Dicke Lymphknoten Zitat · antworten

Hallo ihr Lieben,
da bin ich wieder mal seit langer langer Zeit, ich hoffe ihr könnt mir verzeihen.
Also ich und mein Hotte sind umgezogen, wir haben alles gut überstanden, er hat sich auch super eingelebt. Nun steht er schon seit mitte November dort in einer Offenstallbox. Nach ca. 3 Wochen wurde mein armer Schatz aber krank, er hat aufgehört zu fressen und bekam 41°C Fieber, am zweiten Tag bekam er dann dicke Lymphknoten, aber nur am Kopf. Er wurde mit Fiebersenkendenmitteln und Antibiose behandelt. Das Fieber ging und kam allerdings trotzdem wie es gerade wollte, die Lymphknoten wurden immer dicker, das ganze zog sich über ca. eineinhalb Wochen, dann ging die Schwellung zurück die Temperatur schwangte immer noch zwischen 38,5 - 39,5°C. Enrico wurde langsam wieder fitter, und dann kam der 24. 12.. Die Lymphknoten sind aufgegangen, es kam "schöner" grün-gelber Eiter zum vorschein. Der Tierarzt der bis dahin eh alle zwei Tage dagewesen war, kam und nahm einen Abstrich. Im Abstrich wurde ein unspezifischer mittelgradiger Keimgehalt festgestellt.
Seit der Eiter komplett raus ist, geht es Enrico deutlich besser. Am Anfang hatte der Tierarzt verdacht auf Druse, obwohl das ja untypisch gewesen wäre, da die Lymphknoten gleich dick werden. Wir nehmen an das die Antibiose das Aufgehen der Lypmhknoten unterdrückt, bzw hinausgezögert hat. Im nachhinein habe ich herausgefunden das im Sommer fast alle Pferde in dem Stall an diesem Virus erkrankt waren, aber nur bei zwei Pferden sind die Lymphknoten auch aufgegangen. Nachdem der Virus bei allen Pferden abgeklungen war wurde der Stall (angeblich) desinfiziert. Zwischen der letzten Erkrankung und der Ansteckung von Enrico liegen also ca. 5 Monate. Nun meine Frage hat jemand von euch schon mal von so einem Virus gehört? Ich bin um jede Info und jeden Gedankenaustausch dankbar.
Lieben Gruß
Annika

Thomas Kranz Offline

ADMIN


Beiträge: 330

05.01.2009 07:11
#2 RE: Dicke Lymphknoten Zitat · antworten

Liebe Anni

Also ich gehe davon aus, dass Dein Tierarzt Druse ausgeschlossen hat. Denn das von Dir beschriebene Krankkeitsbild entspricht diesem sehr. Es gibt nur sehr wenige Krankheiten, wo die Lymphknoten aufplatzen und Eiter heraus kommt. Auch spricht dafür, dass wohl viele Pferde daran erkrankten. Leider ist es so, dass in vielen Ställen die Keime nicht gänzlich verschwinden und daher neue Pferde immer wieder erkranken, weil der Stall nie ordnungsgemäß desinfiziert wurde. Ich selbst kannte einen Stall, die die Druse über 4 Jahre nich in Griff bekamen.

Also ich würde mir nochmals einen Tierarzt des eigenen Vertrauens hinzuziehen und Druse ausschließen lassen, da in einem solchen Fall die derzeite Behandlung komplett unsinnig wäre und eher schadet als nutzt.

Hat denn der Tierarzt einen Namen für diese offensichtlich hochansteckende Krankheit. Darüber hinaus soll Dir Dein Tierarzt erklären warum er Antibiotika verabreicht, wenn das Pferd an einem Virus leidet. Wo lernt man denn so was??? Das ist kein gute Weg!

Liebe Grüße
Thomas

schaut doch mal vorbei:
http://www.natural-horse-care.com

bunte Hubsi Offline

Moderatorin


Beiträge: 1.633

05.01.2009 09:45
#3 RE: Dicke Lymphknoten Zitat · antworten

Also Fieber, geplatzte Lymphknoten, Eiter hört sich für mich
auch sehr nach Druse an. Das heißt, der TA (das Labor) müssten im
Abstrich Streptokokken gefunden haben.
Dann ist Antibiotika o.k.
Sollte das aber ein Virus sein? wäre das der absolute Quark
Und wie der heißt, würde ich auch gerne wissen.
Also man hat als Kunde des TA schon Rechte
zu fragen: a: wie ist die genaue Diagnose
b. wie und mit was behandeln sie das (gegebenenfalls aufschreiben)
dann kann man auch mal im Internet nachschauen,
oder noch jemand anders fragen.
Leider murmeln die meisten TAs nur irgendwas vor sich hin,
und ziehen irgendwelche Spritzen auf.
Mich allerdings interessiert es immer, für
was ich eigentlich bezahle....manchmal ganz schön nervig für die TA s......
Aber laut deren Gebührenordnung kostet Fragen nichts :-)
Petra

Stef Offline

Staatsprämie

Beiträge: 622

05.01.2009 09:50
#4 RE: Dicke Lymphknoten Zitat · antworten

Zitat von anni
Im Abstrich wurde ein unspezifischer mittelgradiger Keimgehalt festgestellt.


...also eine bakterielle Infektion, von daher ist eine (gezielte) Antibiotikabehandlung m.E. schon sinnvoll.

Zitat von anni

Im nachhinein habe ich herausgefunden das im Sommer fast alle Pferde in dem Stall an diesem Virus erkrankt waren

Hat denn der Tierarzt einen Virusbefall auch bestätigt?

Generell glaube ich, dass eine komplette Desinfektion (insbesondere wenn es um Viren geht) in einem Pensionsstall sehr schwierig sein dürfte. Denn da müssen Stallbetreiber UND Einsteller Hand in Hand vorgehen.

Wenn die Symptome nicht verschwinden, würde ich noch einen anderen Tierarzt (Pferdespezialisten) zu Rate ziehen.


anni Offline

Bundeschampion/ess

Beiträge: 150

06.01.2009 19:28
#5 RE: Dicke Lymphknoten Zitat · antworten

Also Druse wurde ausgeschlossen, da keine Streptokokken nachgewiesen wurden. Das Antibiotikum wurde gegeben damit er sich nicht noch andere Sachen einfängt weil er ja doch wirklich platt war. Und mit der Desinfektion stimmt wohl, wenn da nicht alle Hand in Hand arbeiten hat das wohl keinen Sinn. Habe gestern noch mit einer befreundeten Tierärztin gesprochen, bei einer starken Rhinitis kann es auch wohl in sehr starken Fällen zu einem Durchbruch der Lymphknoten kommen. Ob Virus oder nicht konnte sie auch nicht genau beantworten, sie nimmt aber an das es sich um eine bakterielle Infektion handelt, und das wenn die Pferde sich einmal damit infiziert haben es nicht noch einmal bekommen. Zumindest nicht mit dem Erreger. Die Erreger können sich auch durchaus über ein Jahr halten, sorgar im Erdreich. Also Desinfektion auch nur im eingeschränkten Falle möglich.
Naja aber mein Dicker hat es ja nun gehabt, wir haben auch drei Pferde im Stall die garnicht erkrankt sind, in dem Fall habe diese Pferde wohl ein sehr gutes Immusystem. Ich bin erstmal gespannt, wir haben am WE drei neue Pferde bekommen, mal schauen ob die auch krank werden. Ich persönlich möchte es den Besitzern nicht wünschen, denn meine Tierarztrechnung die ich noch nicht habe, möchte ich lieber auch nicht sehen. Vielleicht vergisst der Tierarzt ja sie zu schreiben..

Milka Offline

Staatsprämie


Beiträge: 626

06.01.2009 21:39
#6 RE: Dicke Lymphknoten Zitat · antworten

Hallo Anni,

Bei einem Abstrich aus den eitrigen Lymphknoten kann der bakteriologische Nachweiß auf Druse nicht immer sicher gestellt werden.

ALLGEMEINE INFORMATION
Die Druse ist eine hoch ansteckende Erkrankung der oberen Atemwege des Pferdes.
Verursacht wird sie durch eine Infektion mit Bakterien (Streptococcus equi). Am häufigsten
tritt sie bei jüngeren Pferden auf, aber auch Erwachsene können erkranken. Die
Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt 3-14 Tage.
KLINISCHE ANZEICHEN
Zuerst kommt es zu hohem Fieber (bis 41°C). Weiter treten Apathie, Inappetenz und
klarer Nasenausfluss, der mit der Zeit eitrig wird, auf. Auch kann es zu feuchtem Husten
und Schluckbeschwerden kommen. Die Kopflymphknoten (Kehlgangslymphknoten,
Speicheldrüsenlymphknoten) schwellen an und bilden Abszesse (Eiterherde). In einigen
Fällen kommt es zu Schwellungen in der Ganaschengegend, die mit Atemnot einhergehen
können. Ein bis zwei Wochen nach den ersten klinischen Anzeichen brechen die
Lymphknoten auf und der Eiter entleert sich nach aussen oder in den Luftsack. In diesem
Stadium der Erkrankung kommt es zu einer deutlichen klinischen Besserung der
Symptome und das Fieber sinkt.
KOMPLIKATIONEN
Etwa bei 10-20 % der betroffenen Pferde kommt es zu Komplikationen im Heilungsverlauf.
Selten folgt eine Streuung der Krankheitserreger in andere Organe des Körpers, in
denen sich dann Abszesse bilden, wie z.B. in der Leber, der Milz, der Niere, dem Gehirn
und den Darmlymphknoten. Eine gefährliche Komplikation ist das sogenannte Petechial-
fieber. Dabei handelt es sich um eine Reaktion des Immunsystems auf Bestandteile
der Bakterien. Es kommt zu punktuellen Blutungen, geschwollenem Kopf und Schwellungen
mit feuchter Sekretion an den Beinen. Eine weitere Komplikation ist die chronische
Luftsackvereiterung, die auch ohne klinische Symptome ablaufen kann.
DIAGNOSE
Die Diagnose der Krankheit wird aufgrund der klinischen Symptome als Verdachtsdiagnose
gestellt. Eventuell ist eine Endoskopie der Luftsäcke nötig. Der bakteriologische
Nachweis der Krankheitserreger aus Eiter ist beweisend, aber nicht immer erfolgreich.

MANAGEMENT IM BETRIEB
Jegliche Bewegungen von Pferden aus dem Betrieb heraus oder in diesen hinein müssen
sofort unterbunden werden. An Druse erkrankte Pferde dürfen während der Erkrankung
und mindestens bis 6 Wochen nach Ausheilung der Erkrankung nicht an Turnieren
teilnehmen oder Kontakt mit anderen Pferden haben. Ebenso sollten andere
Pferde auf dem Gelände eines betroffenen Betriebes auf Krankheitszeichen hin überDr.
med.vet. Risch D. Cantieni, 9473 Gams: Informationen zur Druse des Pferdes Seite 2 von 2
wacht werden. Tägliches Temperaturmessen und Isolation von Tieren anderer Betriebe
sollten beachtet werden. Die konsequente Einhaltung von Hygieneregeln ist sehr wichtig
für die Eindämmung der Krankheit. Der Eiter infizierter Pferde ist die grösste Ansteckungsquelle.
Die Ansteckung kann direkt von Pferd zu Pferd durch Übertragung kleinster
Eiterpartikel erfolgen, aber auch indirekt über Gegenstände wie Wassereimer, Mistgabeln,
Schubkarren, Putzzeug, Futterkübel etc., die gemeinsam für infizierte wie gesunde
Pferde gebraucht werden. Auch die Schuhe/Stiefel und die Kleidung des Pflegepersonals
kommen als Ursache einer Übertragung in Frage. Erkrankte Pferde sollten
isoliert werden und ihre Pflege sollte entweder von einer Person durchgeführt werden,
die keinen Kontakt zu anderen Pferden hat, oder nach der Pflege der gesunden Pferde
stattfinden. Zur Pflege der erkrankten Pferde sollte Schutzkleidung und separates
Schuhwerk getragen werden. Nach Kontakt mit infizierten Pferden, sollten Kleider und
Schuhe gewechselt und die Hände gründlich gewaschen werden. Die Bakterien bleiben
in feuchter, dunkler Umgebung lange infektiös. Daher sollten für erkrankte Pferde benutzte
Gegenstände erst wieder für andere Pferde gebraucht werden, nachdem sie
chemisch desinfiziert worden sind. Ebenso sollten die Pferdeställe vor erneuter Einstallung
chemisch desinfiziert werden. Da auch klinisch gesunde bzw. geheilte Pferde die
Krankheit übertragen können, müssen an Druse erkrankte Pferde auch nach Ihrer Genesung
als potentielle Ansteckungsquelle angesehen und entsprechend behandelt werden.
Die Bakterien sind zum Teil noch über Monate nach der Krankheit nachweisbar.
Die Identifizierung solch klinisch unauffälliger Bakterienträger ist sehr schwierig. Wenn
3 Tupferproben, die im Abstand von 3 Wochen aus der Nase entnommen werden negativ
sind, kann mit 90%iger Sicherheit gesagt werden, dass das untersuchte Pferd kein
Bakterienträger ist.]

BEHANDLUNG
Normalerweise ist die einzig nötige Behandlung von an Druse erkrankten Pferden die
isolierte Haltung der Pferde in trockener, warmer Umgebung bei strikter Boxenruhe.
Die Fütterung von Mash ist vorteilhaft, da dieses leicht abgeschluckt werden kann.
Abszesse sollten durch Wärme zum Reifen gebracht werden. Nach dem Aufbrechen der
Abszesse können diese mit einer Jodlösung gespült werden. Unterstützend können entzündungshemmende
und fiebersenkende Medikamente eingesetzt werden, vor allem
dann, wenn es den Tieren sehr schlecht geht. Erst zu diesem Zeitpunkt ist auch die
Verabreichung von Antibiotika gerechtfertigt.
Pferdeklinik der Universität Zürich
Winterthurerstrasse 260
8057 Zürich
Telefon: +41 (0)1 635 81 11

Qelle: http://www.meintierarzt.ch/Portals/0/Con...use%20Pferd.pdf

Milka

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Stef Offline

Staatsprämie

Beiträge: 622

07.01.2009 09:50
#7 RE: Dicke Lymphknoten Zitat · antworten

in Ergänzung zu Milka`s Ausführungen:


Der direkte Nachweis von Streptococcus equi subsp. equi aus Eiter-, Abszessmaterial, Nasen- und Tracheobronchialsekret erfolgt routinediagnostisch mit Hilfe der bakteriologischen Untersuchung und biochemischer Differenzierung. Als eine gute Alternative bzw. Ergänzung zum kulturellen Nachweis wird die PCR als eine Methode mit hoher Spezifität und Sensitivität zum Nachweis von Streptococcus equi spezifischer DNA eingesetzt (Quelle: http://www.ivd-gmbh.de/html/sc__equi_ssp__equi.html).

LG Stef

PS: Mit 100 € aber nicht ganz billig.

Milka Offline

Staatsprämie


Beiträge: 626

08.01.2009 01:21
#8 RE: Dicke Lymphknoten Zitat · antworten

Hallo Stef,

beten Dank für die INFO, mann lernt nie aus.

Milka

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