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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 627 mal aufgerufen
 Rund um Zucht und Aufzucht
falkenhorst Offline

Moderatorin

Beiträge: 2.233

22.05.2008 18:02
Ein Thema für alle Züchter und Käufer Zitat · Antworten

ich finde das passt sehr gut hierher und dürfte für alle interessanter Lesestoff sein auch wenn es um Quarter Horses geht, denn letztlich ist es für die anderen Pferde ähnlich.

... Vielleicht kann sich der eine oder andere noch an diesen Bericht in der CAVALLO erinnern.

******** Artikel ******************

Ich möchte an dieser Stelle versuchen, das Thema Pferdekauf und Preisgestaltung aus meiner Sicht als Züchter zu betrachten und darzustellen, wie der Preis für ein junges Pferd zustande kommt.

Oft, sehr oft fragt mich die interessierte Kundschaft, warum ein 3-Jähriger EUR 6.000,-- kosten soll, wenn doch der ganze „Pferdemarkt“ voll ist von ganz braven, gerittenen Quarter Horses für um die EUR 4.000,-- (von Privat). Hier folgt die Antwort.

Zu aller erst möchte ich schildern, was ich schon oft mit Kunden erlebt habe:

Manche Interessenten entschließen sich nicht zum Kauf ihres Traumpferdes, weil ihnen der Preis z.B. EUR 500,-- bis EUR 1.000,-- zu hoch ist und die Verhandlungen nicht das gewünschte Ergebnis bringen. Soweit so gut.

Wenn ich dann darauf hinweise, dass ein Pferd, das man mit etwa 3 Jahren kauft und welches ein normales Pferdealter von etwa 25 Jahren erreicht, in dieser gesamten Zeit rund EUR 100.000,-- kostet, dann werde ich oft sehr erstaunt angeschaut.

Diese Rechnung ist ganz einfach und nachvollziehbar. Bei einer normalen Stallmiete von rund EUR 250,-- pro Monat, zuzüglich Hufschmied, Wurmkuren, Versicherung und Impfungen muss das Pferd in dieser Zeit NICHT einmal krank werden! Die Tierarztkosten kommen also noch dazu. Kosten für Zubehör, usw. sind hier ebenfalls nicht berücksichtigt.

Aus diesem Grund kann ich nicht nachvollziehen, dass es beim Kauf wegen EUR 500,-- oder EUR 1.000,-- gelegentlich grösste Bedenken gibt, oder letztlich gar ein Pferd „zweiter Wahl“ wegen eines solch geringen Preisunterschiedes genommen wird.
Ein billigeres Pferd muss natürlich nicht unbedingt automatisch schlechter sein. Man kann durchaus sehr gute Pferde für kleines Geld kaufen, wenn man etwas Zeit und Glück hat. Es wird immer mal wieder z.B. ein „Scheidungsopfer“ sehr günstig angeboten.

Wie setzen sich die „Entstehungskosten“ eines 3-jährigen Pferdes – BEIM ZÜCHTER – zusammen?

(Natürlich ist dies nur ein ungefährer Anhaltspunkt und von Züchter zu Züchter sehr unterschiedlich).

Ich werde keine Abschreibung und Instandhaltungskosten für die Anlage des Züchters mit einrechnen, obwohl dies natürlich ebenfalls zu berücksichtigen wäre.

Anschaffung Zuchtstute:
Gehen wir von einer durchschnittlichen Kaufsumme von EUR 5.000,-- aus. Nur um einmal eine Zahl zu nennen (man kann durchaus auch Stuten für ein Vielfaches kaufen). Gehen wir von einer Nutzzeit als Zuchtstute von 10 Jahren aus, sind dies Kosten von EUR 500,-- pro Fohlen alleine für die Anschaffung der Mutter.

Decksprung:
Gehen wir von einer mittleren Decktaxe von EUR 750,-- aus (auch hier gibt es weitaus teurere Bedeckungen). Um gleich dem Einwurf „… der Züchter hat den Hengst ja sowieso bei sich und das kostet ja nix…“ entgegenzuhalten: Der Hengst wird beworben, es wird z.B. NRHA und DQHA einbezahlt und er muss das ganze Jahr gefüttert und versorgt werden... Gehen wir also von diesen EUR 750,-- aus.

... wir sind also schon bei EUR 1.250,--
bevor es losgehen kann...

Nun Tupferprobe, Ultraschall, usw.: rechnen wir einmal ganz gering mit EUR 150,-- (3 – 4 x Ultraschall + Tierarzt + Labor).

... Wir sind also bei EUR 1.400,--

... und nun ist hoffentlich die Stute tragend! Wenn wir anfangen zu rechnen, was passiert, wenn die Stute ein Jahr nicht aufnimmt oder ein lebensschwaches Fohlen bekommt, dann sind wir schnell bei anderen Summen. Aber wir gehen hier nur mal vom Bestfall für den Züchter aus.
... Die Stute trägt ...
Nun heißt es: zusätzliche Impfungen für die Stute (Virusabort) und bei einer Tragezeit von 11 Monaten + 4 Wochen Pause bis diese wieder tragend ist, rechnen wir grob mit EUR 100,-- Tierarzt, EUR 150,-- Schmied, sowie Futter- und Pflegekosten für 1 Jahr mit EUR 1.200,--.
Alles geht gut, das Fohlen kommt in einer schlaflosen Nacht morgens gegen 4:20 Uhr zur Welt...

Und schon hat es den Züchter beim ersten Atemzug, wenn es denn hoffentlich diesen ohne tierärztliche Hilfe auch tut, EUR 2.850,-- gekostet...

Der Idealfall wäre, man verkauft das „Kleine“ von der Mutter weg für z.B. EUR 4.000,--. Das klingt erst einmal gut. Für den Käufer natürlich dennoch ein erstaunlicher Betrag, da er ja in der Zeitung für diesen Preis immer wieder gerittene Pferde dieser Rasse finden kann.

Für den Züchter aber heißt es, vom Nettobetrag (also ohne MWSt.) von rund EUR 3.740,-- ausgehend, bleiben noch EUR 890,-- an diesem Pferd für ein ganzes Jahr. Vor Steuer !!!

Das macht pro Monat etwa EUR 75,-- für ein „produziertes“ Fohlen, welches zu einem guten Preis verkauft wird, nicht krank war, eine leichte Geburt hatte und verkauft wurde, bevor es zum ersten mal Hufschmied gesehen hat. Der optimale Verlauf also.

Mal Hand aufs Herz: Füttern, Misten, halfterführig machen, einfachste Grundregeln, usw. beibringen….. für EUR 75,-- Monatslohn? Wer hier an dieser Stelle überzeugt ist, er selbst würde das auch tun, sollte uns bitte sofort seine Bewerbungsunterlagen schicken

jeanne Offline

Moderatorin

Beiträge: 1.365

22.05.2008 19:45
#2 RE: Ein Thema für alle Züchter und Käufer Zitat · Antworten

Tja Gwen, ich stimme die da absolut zu!!!!!

und ich habe für die Aufzucht noch sehr viel meh bezahlt!!!

nike Offline

Eliteanwärter/in


Beiträge: 228

22.05.2008 19:55
#3 RE: Ein Thema für alle Züchter und Käufer Zitat · Antworten

hey gweny
sicher hast du da recht- absolut! ich bin ebenfalls deiner meinung, obwohl es immer von züchter zu züchter variiiert, wie du es schon gesagt hattest.


aber trotzdem wirst du den potentiellen käufer damit nch wach rütteln- leider! aber man strebt nach dem güsntigen, jedoch aber mit der selben qualität, wie bei dem teuren.
und man wird es immer zu hören bekommen!
eine freundin von mir kriegt es driekt mit- sie ist privatzüchterin, aber muss viel mehr einstecken, als die großen züchter!! denn da hat man respekt vor, sind j schließlich große züchter, die namen haben, oder ne riesige anlage, oder hengste, etc.
jaja, die unterschiede können schon krass sein.
aber die, die einen hof haben, oder gestüt, etc. kriegen es nicht so dicke ab, wie die kleinen...

[img]http://www.tinker-mooshof.de/Forum/smiliegoldzahn.gif[/img]

Milka Offline

Staatsprämie


Beiträge: 626

23.05.2008 00:20
#4 RE: Ein Thema für alle Züchter und Käufer Zitat · Antworten

Hallo beisammen,

jezt erst verstehe ich warum so viele Bauern von der Bullenmast auf Pferdezucht umstellen

Verkauf Mastbulle R2 nach ca. 19 bis 20 Monaten Mast im Stall 400kg/Schlachtgewicht a. 3,03 €/kg = 1212,-- €

Mastkosten ohne Kalb: Futter, Tierarzt, Stallungskosten, Weide, Lohnkosten ca. 1,70 €/Tag x 585 Masttage = -994,50 €

Kosten Kalb aus eigener Kuh (Besamung, Tierarzt usw.) = -186,50 €
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Deckungsbeitrag je Mastbulle = 31,00 €

Das obige Kostenrechnung nicht nur bla bla bla ist bitte anschauen http://www.dlr-westerwald-osteifel.rlp.d...0c?OpenDocument

Milka

Mindestens 3 x täglich faul sein,
und das Leben genißen!

bunte Hubsi Offline

Moderatorin


Beiträge: 1.633

23.05.2008 00:39
#5 RE: Ein Thema für alle Züchter und Käufer Zitat · Antworten

Leider Leider stimmt diese Rechnung,
aber die Preise versauen wir alle.....
Jeder will nur gleich und ja billig,
wer mag schon für ein kg gutes Rindfleich 15,- € bezahlen?
Oder wer wartet ein halbes Jahr länger auf sein Traumpferd
(6x300,-€ durchschn.Monatskosten)
und bezahlt dem Züchter glatte 1.800.-€ mehr dafür?
Da könnten wir uns wohl alle ein bißchen an die eigene Nase packen,
und wie es früher üblich war, mal auf etwas sparen.
Dann müßten wir die armen Bauern nicht bedauern,
und Züchter nicht für Abzocker hinstellen.
Und wenn die beiden mal die Nase voll haben,
und ihr Idealismus sich vom Acker macht.....
dann haben wir keinen Sonntagsbraten mehr,
und nix zum Reiten - und schon gar nix mehr zu lachen.

Wer denn nu? die Henne, oder das Ei?
Gewinnspanne von Henne und Ei liegen übrigens im Centbereich

bunte Hubsi-Petra

Milka Offline

Staatsprämie


Beiträge: 626

23.05.2008 01:40
#6 RE: Ein Thema für alle Züchter und Käufer Zitat · Antworten
Hallo bunte Hubsi,

wollte hier kein Mitleid für die Bauern ausdrücken, und auch keinen Züchter als Abzocker darstellen. Sondern nur die Probleme der Kostendeckung in der Tierzucht aufzeichnen.

Mitte letzte Woche war ich bei einem Vieh und Pferdezüchter (kennen uns schon über 30. Jahre) im Algäu, bei welchen wir genau dieses Problem lange und ausführlich besprochen haben.

Seine Anmerkungen dazu:

1) Eine Kostendeckung auf dem Hof ist nur noch sehr schwer möglich.
2) Milchpreise sind nach Erholung aber schon wieder stark fallend.
3) Fleichpreise auf niedrigem Jahresstand,
4) Pferdeverkauf fast nicht möglich und der Schlachter zahlt auch nur ca. 550,-- € für ein Vollfleischiges Jungpferd, da bin ich für jeden Privatkäufer welcher mir 1000,-- € für einen rohen Haflinger gibt froh(einer der erfolgreichten Edelbluthaflinger Züchter von Bayern)
5) Die Osterweiterung wird die Landwirtschaf noch erheblich belasten.
6) Aber was soll ich ändern, der Hof muß unterhalten werden, das Graß auf der Weide kann ich leider auch nicht selber fressen, und mit 52 Jahren tu ich mir in einem neuen Beruf auch sehr schwer.
7) Werde aber noch dieses Jahr meinen Großviehstall verkleinern und abtrennen.
8) Ab 2009 habe ich dann Platz für ca. 50 Jungpferde in der Pensionsaufzucht. Mal sehn ob das besser läuft.

Betriebsgröße ca. 300 St. Großvieh und ca. 40 Edelbluthaflinger, 5 Privatpferde.

Milka

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