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In der neuen Ausgabe der Pferdebörse ist ein Artikel über "Quarabs", also Quarter-Araber. Mich würden in diesem Zusammenhang mal die Meinungen unserer Araber/Pleasure- und auch der Paint/Stock- Züchter interessieren. Wer züchtet sie, wer hat Erfahrungen mit dieser Rasse, wo sind die Unterschiede?
Den Artikel in der Pferdebörse habe ich auch gelesen. Seit längerer Zeit verfolge ich den neuen Rassemix "Quarab" und bin mit einer Züchterin dieser Rasse befreundet. In Bezug auf die Zucht von Quarabs bin ich geteilter Meinung. Fest davon überzeugt bin ich, dass aus einer Anpaarung dieser Rassen ein sehr rittiges und speziell für den Westernsport geeignetes Pferd entstehen kann... Allerdings nur bei entsprechend richtiger Anpaarung und genau da sehe ich das Problem. Handelt wirklich jeder Quarabzüchter verantwortungsbewußt und kennen wirklich alle Züchter die genetischen Schwachstellen und die Exterieurschwächen von den Elterntieren bzw. in wie weit ist im Vorfeld abzuklären, welche Eigenschaften und Gebäudemerkmale an das Fohlen weiter gegeben werden? Ich finde einfach, dass beide Rassen zu unterschiedlich vom Exterieur sind, um sie miteinander anzupaaren. Die F1 Generation mag man ja noch überschauen können, doch wie sieht es mit der Nachzucht der F1 Generation aus? Soll ein Quarab dann mit einem Araber oder einem Quarter angepaart werden? Wo liegt also das Zuchtziel des Quarabs in den Folgegenerationen?
Eine Frage, die mich interessiert: Müssen die Deckhengste in dieser Zucht gekört bzw. hengstleistungsgeprüft sein? Bekomme ich für eine Anpaarung einer Pintostute (eingetragen im DPZV ins HStB) mit einem bei den Quarabs registrierten Hengst volle Papiere vom DPZV? Bzw. wie sind Quarab Nachzuchten im DPZV eintragungsfähig? Es wäre schön, wenn mich jemand aufklären könnte! Grüße Nicole Coloured-Arabians colouredarabians@aol.com http://www.coloured-arabians.de
Es gibt ja eine eigene Interessengemeinschaft in Deutschland für die Quarabs, die dürfen aber keine Papiere ausstellen. Beide Eltern von so einem Quarab müßen aber eh bei den rassespezifischen Zuchtverbänden eingetragen sein und volle Papiere haben. Das heißt die Eltern müßen (ich schreib das jetzt auch nur aus dem Artikel ab,geb ich zu) 1/8 bis 7/8 arabisches Blut führen oder 7/8 bis 1/8 Quarter bzw. Paint Blut.Soweit so gut. Da wir ja keine Sektion für Quarabs führen, wäre das dann je nachdem entweder ein Pinto Stock oder Pinto Araber. Fertig.Bei der 50/50 Mischung bin ich auch überfragt. Frag doch mal nach beim Gestüt four winds. (http://www.gestuet-fourwinds.de) die müßten es genauer wissen, die züchten sie. Ich wühl mich mal durch unsere ZVO von den beteiligten Rassen. Vielleicht macht mich das schlauer. Grüßung Renate
Die Hengste, die auf der Quarab HP aufgeführt sind, haben mit Sicherheit nicht alle die HLP bzw. sind nicht alle bei einem herkömmlichen Zuchtverband gekört oder im HB1 eingetragen und trotzdem heißt es, die Fohlen bekommen volle Papiere aus der USA... In welches Zuchtbuch werden diese Fohlen dann eingetragen? Egal jetzt in welchem deutschen Zuchtverband! Es heißt doch immer, die Hengste müssen HLP geprüft sein, so dass bei deren Nachzucht eine Eintragung ins HB1 bzw. ins HstB möglich ist. Meine Frage ist also, wird dieses US-Papier der Quarab Fohlen hier von deutschen Zuchtverbänden anerkannt? Wenn ja, kann ich ja gleich jeden x-beliebigen Hengst (mit dem notwendigen Anteil an AV bzw. Quarter) bei den Quarabs registrieren lassen und US-Papiere für die Nachzucht beantragen. So spar ich mir den mühsamen Weg meinen Hengst kören bzw. prüfen zu lassen... Das kann ja wohl nicht wahr sein!!!
Ich hab mir die HP jetzt mal angekuckt. Ich versteh schon worauf du hinaus willst und da hast du im Prinzip nicht unrecht. Über Kör- und Eintragungsfähigkeit eines Zuchtpferdes entscheidet ja grundsätzlich mal die ZVO der jeweiligen Rasse. Bei Rassen deren Ursprungszuchtbücher (also das "Mutterstutbuch") im Ausland geführt werden,gelten laut den Bestimmungen der EU-,der FN, der FEI usw. die Richtlinien des Ursprungszuchtbuches und müssen in Deutschland anerkannt werden. Nun gibt es ja in den Staaten ein anders gelagertes Zuchtrecht. Die Quarter und Paint-Hengste und Stuten legen ihre "Leistungsprüfung" im Turniersport ab, wie es auch bei unseren Rassen übrigens prinzipiell möglich ist (je nach ZVO). Auch bei den Arabern gibt da eigene Vorschriften. Es gibt darüber hinaus mehrere andere Pferderassen in Deutschland, bei denen gar keine HLP vorgeschrieben ist oder auf freiwilliger Basis abläuft. Hättest du jetzt also mal rein theoretisch einen Quarab-Hengst mit amerikanischen Papieren und möchtest ihn in einem deutschen Zuchtverband eintragen und kören lassen, müßte er dem jeweiligen Reglement der dort geführten Rasse bei der du ihn eintragen lassen willst, entsprechen; denn Quarabs als eigenständige Rasse werden ja nicht geführt.Dann wiederum greifen also die ZVO`s der jeweiligen Rassen (Araber, Quarter, Paint) mit den jeweiligen Bestimmungen zu Abstammung und LP. Die Alternative von der du sprichst,ist ganz einfach: immer über die Deutsche Quarab Vereinigung Papiere aus den Staaten beantragen. Natürlich ist das möglich und auch nicht verboten oder sowas. Gutes Beispiel sind z.B. die Shire-Horses. Die werden zwar in ein oder zwei FN-Zuchtverbänden geführt, bekommen aber ihre Papiere alle über England und unterliegen den dortigen Bestimmungen. Die Shire-Horse Vereinigung Deutschland ist nur die "Filiale" und stellt selber keine Papiere aus.Nur mit dem englischen Papier hat ein Shire-Nachkomme die Möglichkeit anerkannt zu werden. Auch bei den Arabern gibt es da was ähnliches. Die WAHO (der Weltverband der Vollblutaraberzucht) bestimmt, welcher Zuchtvebrand je Land die Araber offiziell führen darf. In Deutschland ist dies der VZAP.Es gibt aber auch den ZSAA und der überlegt momentan, für Vollblutaraber Eintragungsmöglichkeiten anzubieten. Wenn dies passiert und ein Besitzer sein Pferd aus dem VZAP abmeldet und im ZSAA anmeldet, wird das Pferd für die internationale Zucht "unsichtbar". Nachkommen eines solchen Vollblutarabers können nie wieder offiziell anerkannt werden. Pferdezucht hat sehr viel mehr mit Politik und Hierarchien zu tun als mit Pferden.
Wie recht du hast, was die Politik anbelangt...!!!
Ich habe mich jetzt mit jemanden von den Quarabs in Verbindung gesetzt und die haben mir deine Version bestätigt. Es gibt zwar ein volles US-Papier, doch es gelten für die Eintragung der Nachzucht, die Bestimmungen der einzelnen Verbände hier in Deutschland. Mit einem, bei den Quarab registrierten Hengst, würde ich zwar ein vollständiges Papier bekommen, aber ein Hengst(-fohlen) z.B. wäre später im DPZV nicht ins HB1 eintragungsfähig! Also lasse ich es lieber sein, mit dem Hengst zu decken, der bei den Quarabs registriert ist. Es sei denn er besitzt eine HB1 Eintragung in einem anderen deutschen Verband.
hallo , auch , wenn dieser Artikel schon vor längerer Zeit diskutiert wurde, möchte ich etwas hinzufügen. Wie ich lese , ist das ´Problem´ die Körung der Quarabhengste. Inzwischen hat sich diesbezüglich etwas getan, wie man auf der Homepage http://www.quarabs.com sehen kann. Es steht jedem frei , seinen Hengst kören zu lassen und wie man liest , gelingt dies auch Sicherlich ist es von Vorteil, einen AV - oder Quarter- /Painthengst für seine Stute zu wählen , welcher bereits im jeweiligen Verband gekört ist. Hat man aus dieser Anpaarung ein Hengstfohlen , so kann man dies auch zur Körung bringen ( wenn gut genug ). Wie Renate anmerkte, ist es nicht im jedem Land Pflicht, die Hengste zu kören , auch die Vollblutaraber hier in Deutschland sind davon befreit, wenn sie ´nur´ AV-Stuten decken. Also, nicht gleich alles ´verdammen ´, was neu erscheint ! Lieber mehr Infos einholen ! Wie in jeder Zucht, sollte man sorgfältig die Zuchttiere auswählen. Auch bei den Pintos wurde früher alles in das Zuchtbuch aufgenommen, was irgenwie bunt war. Immer noch findet man Tiere , die keine vollständige Abstammung besitzen und damals ins HB 1 kamen. Dies wurde zum Glück geändert. Gruß Wacky
Keiner hat behauptet, dass man von gekörten Hengsten keine "vollständigen" Papiere (damit meine ich HB1 oder HStB berechtigte Nachzucht) bekommt! Natürlich bekommt man das, wenn die Hengste in anderen Verbänden gekört und dann HLP-geprüft wurden. Doch gekörte Hengste sind bei den Quarabs nun nicht gerade in der Überzahl - zumindest nicht bei den aufgelisteten Vollblutarabern. Und im VZAP dürfen sog. "nur" eingetragene AV-Hengste eben auch nur AV-Stuten decken. Jede Mischrasse (Partbred, Araber usw.) muss dort zu einem gekörten oder für alle RG zugelassenen Deckhengst - für ein vollständiges Papier - oder die Nachzucht bekommt nur eine Geburtsbescheinigung! Und was soll die Andeutung, dass früher auch jeder Pinto ohne Abstammung eingetragen wurde und es gut ist, dass das heute nicht mehr so ist. Sollen also jetzt alle Pintos mit fehlender Abstammung aus der Zucht genommen werden, nur weil ihnen 1 oder 2 Generationen auf dem Papier fehlen? Diese Pferde die du mit deiner Aussage ansprichst sind mittlerweile Prämien und sogar Elitepferde mit erfolgreicher Nachzucht!!! Bsp. dazu kann ich dir gerne nennen.
Ich selbst verurteile die Rasse Quarab nicht. Ich finde nur die Zucht solcher Pferde sehr schwierig (man paart hier äußerst gegensätzliches miteinander an) und gerade, wenn diese Rasse auf dem Absatzmarkt Erfolg haben soll, braucht es mehr, als einen eigenen Verband zu gründen... Wir können darüber gerne weiter diskutieren...